Lebenslanges Lernen – das gilt nicht nur für den Job, sondern auch für den Sport. Und so machten wir uns Mitte November auf nach Bozen, um 2 Tage lange intensiv an unserer Trailtechnik zu feilen.

Eine Woche vorher schon hatten wir uns für den Theorieteil getroffen und Dinge wie Tourenplanung per GPS und Karte, Versicherungsschutz und Rucksackpackliste besprochen.

Das Wetter war super – strahlend blauer Himmel – jedoch schon recht kühl mir 2 Grad am Morgen und 7 Grad am Nachmittag.

An Tag 1 stand erst einmal Hinter- und Vorderrad anheben auf dem Programm. Die Herauforderung hier: den Sweet Spot zu finden: also genau den Punkt, an dem sich das Rad in der Luft im Gleichgewicht befindet. Gar nicht mal so einfach.

Gut aufgewärmt ging es dann per Bahn auf den Kohlern. Peter hatte am Vortrag schon den Trail gesichtet und die noralgischen Stellen markiert. Wir nahmen uns sehr viel Zeit, die Schlüsselstellen zuerst per pedes abzugehen, die Lines zu diskutieren und dann das ganze auf zwei Rädern zu probieren. Das Gute an einem solchen Techniktraining sind vor allem folgende 3 Punkte:

  1. Nimmt man sich beim normalen Fahren nie die Zeit, die Stellen vorher abzuschreiten und die Ideallinie zu finden.
  2. Kann man im Techniktraining die Stellen mehrfach fahren, bis es klappt.
  3. Stehen die Vereinskollegen als Ratgeber und Fänger zu Seite. Somit traut man sich auch an Stellen heran, die man sonst nicht fahren würde.

Wir brauchten für Abfahrt 1 dann auch ganze 4 Stunden. 4 gut investierte Stunden, wie Abfahrt 2, die nach einer kurzen Brotzeitpause in der Sonne auf dem Kohlern unter die Reifen genommen wurde. Viele der schwierigen Passagen klappten nun ohne Probleme. Einige noch nicht. Und hier haben wir uns wieder Zeit genommen, mit Hütchen die Ideallinie markiert und uns an den kritischen Stellen als Fänger postiert.

Das Härteste an Tag 1 war für mich, sich ständig zu fordern und über sich hinaus zu gehen. Gerade für den Kopf ist das enorm anstrengend. Aber nur so kann man wirklich besser werden.

Abends haben wir noch die Bozener Innenstadt erkundet und den Tag bei Wein und Südtiroler Küche ausklingen lassen.

 

 

Tag 2 begann nach einem guten Frühstück wieder am Fuße des Kohlerns. Am Vormittag wollten wir uns dem Thema Drop widmen. Ein geeignetes Übungsobjekt hatte Peter beim Scouten schon ausgemacht. Diesmal packte Michi auch sein Tablet auf, um unsere Versuche aufzunehmen. Es ist wirklich sehr viel wert, wenn man sich mal selber fahren sieht. Oft kommt es einem ja so vor, dass man schon total weit unten steht oder die Arme schon total weit auseinander macht. Sieht man sich dann mal auf Video, erkennt man, dass man doch noch ganz schön aufrecht steht oder die Arme doch eher am Körper kleben.

Die 2 Abfahrten von Tag 2 nutzen wir, um nochmals die entscheidenden Passagen gemeinsam anzugehen. Hier wurde der Fortschritt deutlich, den die Gruppe in den zwei Tagen schon erzielt hat: die Anzahl der Schlüsselstellen hatte im Vergleich zu ersten Abfahrt schon enorm abgenommen. Vieles, was Samstag Morgen noch quasi unfahrbar wirkte, ging nun locker von der Hand. Auch sind wir nun in der Lage anderen Fahrern Tipps zu geben, denn wir erkennen nun deren Haltungsfehler. Das haben wir dann auch direkt an den anderen Fahrern, die im Trail unterwegs waren, ausprobiert und nicht mit gut gemeinten Ratschlägen gegeizt.

Am Ende von Tag 2 waren zwar alle sowohl körperlich als auch mental (vor allem ich J) platt, aber auch super stolz auf unseren Lernerfolg. So blöd er auch klingen mag, „Übung macht den Meister“ stimmt einfach