Im Land wo Pizza, Pasta und Wein fließen…

…und die Trails rufen – dieses Land heißt Italien. Und um das zu erleben, machten wir uns morgens in aller Frühe von Markt Schwaben auf den Weg ins Trentino. Treffen um 5 Uhr ist nicht Jedermanns Sache, dennoch waren die zwei Busse – zum einen der schöne rote Traffic, zum anderen der zum ersten Mal zum Einsatz kommende Crafter – gepackt. Und zu packen gab es eine Menge: insgesamt 13 Bikes plus Gepäck von 14 Leuten. Doch schon um 5.10 Uhr war alles verstaut – inklusive Jochens Wäschekorb. Notiz für alle, die mal planen, mit uns wegzufahren: Wäschekörbe als Transportutensil sind super unpraktisch!

 

 

 

Die Fahrt verlief zum Glück unspektakulär und schon um 10 Uhr standen wir am Gipfel auf gut 1.600 m über NN. Von dort startete unsere erste Abfahrt. Diese war zum Eingewöhnen schön flowig und ordentlich lang mit knapp 1400 Tiefenmetern. Im Tal kamen wir direkt an unserer Unterkunft für die nächsten 2 Tage aus: dem wunderschönen Agriturismo Maso Speron D‘Oro. Das Haus liegt schön inmitten der Weinberge. Toll sind die große Terrasse und Garten, der Platz für die abendliche Bikepflege bietet.
Nach schnellem Check-In und kurzer Stärkung ging es sofort weiter, wieder in Richtung Gipfel, diesmal aber „nur“ auf ca. 1000 m Höhe. Auch dort erwartete uns ein wunderschöner Trail in Richtung Tal.
Vor Abfahrt Nummer 3 konnten wir uns noch im Rifugio  bei Kaffee, Apfelstrudel und Selbstgebranntem stärken. Dann wartet mein persönliches Highlight auf uns: der Aufstieg bis zum Gipfel  auf 1.866 m über Meeresspiegel. Von oben hat man einen wunderschönen Blick auf die umgebenden Berge und den Gardasee.
Auch die letzte Abfahrt von Tag 1 hat uns das ein oder andere Grinsen auf das Gesicht gezaubert.
Den Tag ließen wir zunächst im Garten unserer Unterkunft bei Bier und Fachsimpelei und anschließend bei – endlich! – Pizza und Pasta ausklingen.

 

 

 

Am zweiten Tag nach einem guten Frühstück ging es diesmal los auf den nächsten Gipfel auf 1.603m Höhe. Hier galt es ca. 300 Höhenmeter selber zu treten. Als Belohnung rauschten wir auf einem tollen Trail gen Tal, wo uns wieder unsere verlässlichen Shuttlefahrer erwarteten. Fix eingeladen – man entwickelt irgendwann eine Art Routine – führte uns unser Weg wieder gen Gipfel Tag1, denn wir hatten eine Verabredung beim Wirt des Rifugios. Dieser empfing uns mit Schalen voll dampfender Pasta, Kaffee und natürlich auch wieder Selbstgebranntem. Nun stand der für mich forderndste Trail des gesamten Wochenendes an. Dank vieler Tipps von Peter habe ich aber auch diesen verletzungsfrei gemeistert. Die besondere Schwierigkeit lag für mich in viel losem Schotter und tiefem Laub. Vor allem letzters kann tückisch sein, sieht man doch nicht, was sich darunter befindet. Daher ist Rutschen vorprogrammiert. Man muss sich wirklich darauf einlassen, ganz gelassen das Bike unter sich rutschen zu lassen. Wie Michi so schön sagte: „Man muss das Bike freigeben.“ Nach weiteren 2 Abfahrten mussten wir uns am Abend sputen, um zum Essen zu kommen. Auf dem Plan stand der neue gehypte „Inn-Italiener“, der min. 1 Woche im Voraus reserviert werden muss. Und wir attestieren: Das Essen war wirklich gut! Peter und Anja freuten sich über frisch angemachtes Tartar und Matthias hatte hart mit dem riesigen Fischteller zu kämpfen. Satt und zufrieden fiel die Truppe ins Bett.

 

 

 

 

Tag 3 hieß: Taschen packen und umziehen. Denn Peter hatte sich noch weitere Trailschmankerl in der Po Ebene, ca. 1 Stunde Autofahrt von Rovereto entfernt, ausgeschaut. Das Ziel liegt am südlichen Rande der Alpen mit freiem Blick auf die Po-Ebene. Hier sind die Berge zu Ende. Highlight hier sind definitiv die Militärwege, die das gesamte Gebiet durchziehen. Auch dieser Tag war gespickt von feinen und eher technischen Trails. Hier galt es auch die ein oder andere Spitzkehre mehr oder weniger dynamisch zu versetzen. Um den letzten Abend noch zünftig zu begehen, führte der Weg der Truppe in das Oktoberfest. Haxn gab es dort zwar nicht, aber leckeres deutsches Bier und große Burger, die unsere Energiespeicher für den letzten Tag wieder auffüllten.

 

 

 

 
Etwas wehmütig saßen wir dann am Sonntag beim Frühstück, wohlwissend, dass die Zeit schon fast zu Ende war. Zum Glück aber nur fast. Denn heute sollten endlich die berühmten Gallerien der Militärwege unter die Räder genommen werden. Shuttlend und tretend erreichten wir diese zusammen mit einer Busladung eher greiser Wanderer. Diese überholten wir schnell und konnten die Sentieri Militari ausgiebig genießen. Diese Wege sind einfach unglaublich: in den Fels gehauen geht es auf der einen Seite mehrere hundert Höhenmeter bergab und auf der anderen Seite ebenso weit bergauf. Schwindelfreiheit ist angebracht. Neben der ausgesetzten Lage sind auch die zu durchfahrenden Tunnel eine eher ungewöhnliche Herausforderung. Ungewöhnlich sind aber offensichtlich auch Biker auf diesen Wegen. So wurden wir zu einem beliebten Fotomotiv der besagten Wanderer. Der zweite Teil des Trails schlängelte sich in ungezählten Spitzkehren gen Tal. Damit das auch gut klappt, haben wir in einer der ersten Kehre noch ein spontanes Techniktraining abgehalten. Das Gelernte konnten wir dann im weiteren Verlauf optimal vertiefen. Im Tal angekommen teilte sich die Gruppe. Ein Teil nahm noch eine weitere, traumhafte Abfahrt unter die Stollen, wohingegen Gruppe zwei schon den Weg gen Heimat antrat.
Glücklich und zufrieden kamen wir am Abend wieder in Markt Schwaben an. Das Wochenende war rundum gelungen. Nicht nur die Touren, sondern auch Unterkünfte, Essen und vor allem die tolle Truppe haben das Wochenende zu einem echten Erlebnis gemacht. Wiederholungssucht garantiert!

 

Eure Katrin

1 Antwort

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.