Weg nach Mittelerde

    

Nachdem die Temperaturen bei uns in Deutschland langsam aber stetig fallen, hat es uns am ersten Oktoberwochenende wieder einmal in das Land des Stiefels gezogen. Hochmotiviert fuhr uns unser Busfahrer Michi den Sprinter über den Brenner, am Gardasee vorbei bis an das verlassene Örtchen Crone am 368m hoch gelegenen Lago de Idro. Trotz unserer relativ späten Anreise gegen 23 Uhr konnten wir auf dem Campingplatz unsere 3 Apartments unkompliziert beziehen. Nach einer kurzen Besprechung über das bevorstehende Bike-Wochenende ging es anschließend in die Kojen.

 

Nach einem üppigen Frühstück, welches aus Rühreiner mit Speck und Müsli bestand, starteten wir mit unserer ersten Ausfahrt mit dem Sprinter. Nach dem schweißgebadeten Aufstieg ;), wurden bei unserem Kollegen Jochen die Flatpedale noch gegen Klickpedale getauscht. „Oh je, hoffentlich geht das gut“. Nach anfänglich leichten Bedenken und Schwierigkeiten, kam er jedoch relativ gut damit zurecht. Unser Silberpfeil Toni, welcher ebenfalls den Pedaltyp geändert hatte, fühlte sich auf den Flatpanels wie ein junger Gott. Die Trailbedingungen auf der darauffolgenden Abfahrt mit den 136 Spritzkehren war ideal für die Perfektionierung des Hinterradversetzens, da dieser nicht so stark ausgesetzt war und genügend Platz bot, um auch die ein oder andere Kurve einmal auszufahren. Hierbei konnte man sofort erkennen, wer heimlich im Keller geübt hatte. Das auftretende Fading der Bremsanlage sprach für eine schön flüssige Fahrweise.

Während der 2. geshuttelten Auffahrt schlug leider das Wetter um, wodurch die Befahrung des leicht verwilderten Trails erschwert wurde. Bis auf ein paar Kratzer durch herabhängende Dornensträucher sind alle, auch wenn etwas nass, heil am Apartment angekommen. Den Abend liesen wir nach einer warmen Dusche bei gutem italienischen Wein und hervorragenden Pizzen ausklingen.

 

 

 

 

Nachdem wir uns am ersten Tag in dem Terrain eingefahren hatten, war am Samstag selbst kurbeln angesagt. Die 1600 Höhenmeter bis zum Einstieg in den bezaubernden Pandora Trail zogen sich zwar ziemlich in die Länge. Der Ausblick durch die Wolken auf das Gebirge, sowie auf das Tal entschädigte hierfür jedoch mehr als ausreichend. Nach einer kleinen Stärkung beim Wirt, fuhren wir den anfangs etwas rutschigen Trail am Bergrücken entlang in die fast unberührte Natur. Die Abwechslung zwischen starkem Nebel, welcher die Berggipfel wie schwebende Inseln aussehen lies, Sonnenschein und Blick auf den See spiegelte das Motto: „Natureride“ unseres Vereins perfekt wieder. Nachdem wir die technisch anspruchsvollen Stellen hinter uns gelassen hatten, surften wir noch einen schönen flachen Speedtrail, rechter Hand des Sees, bis ins Tal. Körperlich und geistig erschöpft, fuhren wir mit einem Grinsen im Gesicht zurück ins Hauptquartier, reparierten noch kleine Verschleißerscheinungen an den Bikes und flogen erschöpft nach dem Essen in unsere Betten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Sonntag morgen diskutierte man beim Frühstück, wann und was man denn für Touren durchführen möchte. Grund hierfür war eine kalt, nasse Wetterfront, welche sich über die Nacht von Nordosten über den See legte. Als gegen 11 Uhr das Wetter etwas besser wurde, entschlossen wir aus Zeitgründen den Berg mittels des Dieselrosses zu erklimmen. Bei der Abfahrt des bisdato unbekannten Trails, wurden wir leider etwas enttäuscht. Der über die Nacht andauernde Regen führte auf dem Trail dazu, dass 2/3 geschoben und getragen werden musste. Bei Erstbefahrungen muss man einfach mit allem rechnen. Das regenfreie Zeitfenster hielt an diesem Tag leider nicht sehr lange an, weshalb wir am frühen Abend die Heimreise antreten mussten. Der Ausflug an den Lago de Idro war meiner Meinung nach ein sehr lustiges und fahrtechnisch interessantes Wochenende mit Freunden.

 

Euer CSO Jochen