14 Füße, genau so viele Laufräder, 7 Bikes, 8 Helme, Protektoren, Taschen… In der Früh ist erst mal Tetris angesagt. Es muss alles rein in den auf einmal ziemlich kleinen 9-Sitzer Bus des Carsharing Vereins. Dann geht es noch nach Erding zum Einkaufen, denn wir werden uns selbst versorgen.

Der erste Tag beginnt mit Wolken  und Regenschauern – wir entschließen uns, eine kleinere Runde mit max. 800HM über Meeresspiegel zu probieren. Die Teerstraße führt uns ein gutes Stück entlang eines Flusses, bis wir dann knapp 500HM wieder Richtung Meer hochkurbeln. Nach dem Aufwärmen folgt dann erst der richtige Aufstieg; das Radl auf die Schulter und den Rest zu Fuß bergauf.Steine und Dornen werden uns die nächsten Tage begleiten. Was wir dann von oben erblicken, entschädigt die Qualen im Uphill: ein mega Ausblick auf´s Meer, die Sonne scheint nun auch und wir freuen uns über die ersten flowigen Trailmeter. Doch später geht es nochmals tragender Weise hinauf. Die Wanderer, denen wir begegnen, können es genauso wenig glauben wie die Bergwacht zwei Stunden vorher. Da kraxeln doch tatsächlich ein paar Wahnsinnige bei uns herum. Das muss festgehalten werden und wir werden zur Attraktion.

Heute lassen wir es uns gut gehn und werden auf knapp 1500HM geshuttelt. Aber auch hier müssen wir unsere Räder bis zum Traileinstieg tragen und dabei auf jeden Schritt achten. Der Schnee bis zur Bergkante am Meer ist weich und wir sinken öfter ein. Aber egal, wo gute Trails locken, wird auch das in Kauf genommen. Technisch ist für den Trail gar kein Ausdruck, jeder cm muss vorher durchdacht sein und das Gleichgewicht ist gefragt. Unsere Crew meistert die Herausforderung, jede Spitzkehre wird umgesetzt oder das Umsetzen geübt. Gestrüpp und lose Steine zerkratzen Arme und Beine und Sven hat mit seinen no-tube-Reifen zu kämpfen. Zwei Trails schaffen wir diesen Tag.

Dienstag – und wir wollen´s wissen: hoch bis direkt zum Gipfel. Die Schneeverwehungen auf der Straße sind mannshoch und wir brechen unsere Expedition aus Sicherheitsgründen ab. Was für das Biken ein guter Schuh ist, kann im Schnee einfach nicht mithalten. Unser Shuttlefahrer will uns auch nicht mehr so weit hinauf fahren, da er den vereisten Gegenanstieg nur mit fremder Hilfe bewältigt. Der Berg zeigt uns auch dieses Jahr mal wieder, wer hier der Herr im Hause ist. Und das sind definitiv nicht wir. Knapp 2 km bis zum Traileinstieg, der sich als unfahrbar entpuppt. Also wieder umdrehen und wir nehmen nochmals Trail 2 des Vortages mit, der für drei Leute eh noch nicht bekannt ist. Danach ab zum Meer und die restliche Sonne genießen, abends Jumbopizza und wir sind happy.

Es reicht uns mit dem Schnee und wir setzen samt Auto und Bikes auf eine der unzähligen schönen Inseln in Kroatien über. Doch so paradiesisch die Insel auch ist, wir müssen die Uhr im Blick haben und die letzte Fähre um 15:30 Uhr erwischen. 23 KM Roundtour auf den höchsten Punkt der Insel mit knapp 700HM sind geplant. Der Feldweg entlang der Küste ist super, der Anstieg dann richtig knackig und die Kilometer ziehen sich. Für den Trail bleibt uns noch eine Stunde, kein Problem für unsere Crew. Flow und Spitzkehren wechseln sich ab und es ist der einzigste Tag, an dem wir unser Rad nicht schultern müssen.

Letzter Biketag und wir lassen uns wieder ins Gebirge shutteln. Heute probieren wir einen Weg, der nicht mal auf der GPS Karte zu sehen war und wir folgen den Markierungen – wieder schiebend und tragend – auf der Hochebene Richtung Meer. Spätestens nach diesem Trail hat der Ausdruck „verblockt“ eine neue Bedeutung für uns. Einen mm zu weit rechts oder links, den Oberkörper zu weit vorn oder hinten und man liegt – im besten Fall noch auf dem Weg und nicht im klaffenden Abgrund. Der alte Militärweg wird anscheinend nicht mehr begangen und nach unten hin kämpfen wir uns durch die Botanik. Unterhalb der Küstenstraße gibt es dann doch noch einen flowigen Part durch die Olivenhaine bis ans Meer. Zum Abschluss geht´s das letzte Mal hinauf und wir fahren den 1500HM Downhill Trail der ersten Tage, bis uns die Finger vom Spitzkehrenmassaker weh tun. Das Material leidet und Svens Schaltung ist kaputt, Dennis Gewinde am Kurbelarm ist ausgeleiert und sein Pedal fällt öfer ab. Also wird Freitag gemütlich eingepackt und etwas Sightseeing gemacht und wir begeben uns auf die Rückreise ins kalte Deutschland…

Andi, Michi, Rolli, Sven, Dennis, Peter – eine starke Truppe mit Ausdauer, Mut und super Bikebeherrschung – es hat mich gefreut und bis zum nächsten Abenteuer

LG Anschilope

  

  

3 Kommentare
  1. Guide
    Guide sagte:

    Vielen Dank an alle Teilnehmer dieser Bikereise, es hat sehr viel Spaß gemacht und ich kann nur sagen das alle etwas mit genommen haben. Einige von euch haben sich in diesen 5 Tagen derart gesteigert und auch die Freude am Bikebergsteigen und sehr technischen Trails gefunden. Weiter so…

    Info an ALLE: dies war eine speziell für diese Gruppe gewählte Location, unser Mountainbike Club/Verein biete sehr viel mehr in einfacheren Fahrkönnen-Levels an….
    Einfach mal vorbei schauen…..

    Vielen Grüße

    Der Guide

    Antworten
  2. Sven
    Sven sagte:

    Tolles Wetter – tolles Gebirge – tolles Team und Mega Trails – an die man sich gewöhnen kann. Und ich meine das bei allen vieren.
    Ich freue mich das Team der freeridefactory.com kennengelernt zu haben und viel mit Ihnen auf Tour gehen kann. Wer Grenzen kennen lernen möchte aber auch nur Spaß am Biken hat – sollte sich mal umschauen.
    Grüse Sven

    Antworten

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