Nach der langen Sommerpause gings vom 11.-13.09 nach Lenzerheide zum Saisonfinale der insgesamt 5 Läufe umfassenden Trailtrophy 2015.

In der Gesamtwertung der pro-class galt es Platz 1 zu verteidigen, hierzu genügte mir schon ein 15. Platz in der Tageswertung.

Nach Podestplätzen im Harz (P3) und Breitenbrunn (P2) wollte ich die Saison wenn möglich aber nochmal mit einem weiteren Podiumsplatz beenden.

 

Einerseits galt es also auf Ankommen zu fahren, andererseits bekommt man einen Podiumsplatz natürlich alles andere als geschenkt.

Freitagmittag gings dann los mit Stage 1, zunächst ein bischen Wiesenslalom, dann rein in einen extrem schnellen Waldhohlweg gepflastert mit Steinen und Geröll.

Nach kurzer aber schneller Fahrt spuckt einen der Wald wieder auf ein Wiesenstück aus, beim Antreten stelle ich dann mit Entsetzen fest dass die Kette nicht mehr da sitzt wo sie sein soll.

Ich rolle noch ca 100m bis zur folgenden Spitzkehre, dort versuche ich die Kette wieder aufzulegen.

Diese hat sich 3x um die Pedalachse gewickelt und lässt sich nur mit Gewalt wieder lösen, eine gefühlt unendliche Zeit geht verloren.

Wir sind an Tag 3 exakt diese stage nochmal gefahren, ohne technische Probleme war ich dann 32 Sekunden schneller…

Schade wenns derart schlecht anfängt, den letzten Kettenabwurf hatte ich irgendwann mal beim 2. Rennen im Harz, dort allerdings ohne Zeitverlust.

Daraufhin hatte ich die SCS II montiert, seitdem war Ruhe.

Am Abend hat sich herausgestellt dass die clutch vom XX1 Schaltwerk sehr stark nachgelassen hat, eine netter Kollege hat mir dann gezeigt wie man das bei SRAM nachstellen kann.

Stage 2 und 3 am Freitagnachmittag liefen sehr gut, auf stage 3 konnte ich schon die zweitbeste Gesamtzeit (von allen Klassen) erzielen, hinter dem späteren Gesamtschnellsten Claudio Loureiro (7-facher portugiesischer Meister im DH!) In der pro-class war ich nach den ersten 3 Stages zunächst auf Platz 6, der Patzer auf stage 1 tat echt weh…

   

 

 

   

Nach Einbruch der Dunkelheit ging es dann zu zwei nightstages.

Die erste verlief soweit optimal, bis 50m vor dem Ziel.

Hier wirde mir eine Linkskehre zum Verhängnis auf dem feuchten Gras schmierte ich ab und landete 1m weiter unten in einem Strauch.

Hier waren wieder >6-7 Sekunden futsch, schade hätte eine super Zeit gegeben.

Die zweite Stage verlief dann soweit OK durch den unteren Teil des Lenzerheide Bikeparks mit vielen Anliegerkurven.

   

 

 

   

Nach etwas durchwachsenem Start musste es also der Samstag richten, gleich in der früh ging es auf über 2.800m zu Stage 6.

Das sehr verblockte Gelände kam mir als Alpinfreerider entgegen, drittbeste Gesamtzeit auf dieser Stage!

Danach noch eine kurze schnelle Stage, ebenfalls ohne Probleme gemeistert.

Nach einem Mittagessen auf der Mittelstation (sponsered by TT) ging es zu einer weiteren recht verblockten aber auch sehr tretlastigen Stage 8.

Diese lief soweit gut, aber ich bin bzgl Tretkondition eher mittelmässig begabt, von daher Schadensbegrenzung 🙂 Stage 9 war dann genau mein Metier, ein eher technischer enger Wanderpfad, Gesamtbestzeit aller Klassen!!

Stage 10 war ohnehin wieder was für die Tretbegeisterten, ich habe dann zu allem Überfluss noch einen dicken Hund eingebaut.

Nach der ätzenden Bergauftretpassage war ich schon der Ohnmacht nahe und vor lauter Sternchen sehen bin ich an einer Stelle falsch abgebogen und im Absperrband gelandet.

Hier waren sicher wieder knapp 10 Sekunden im Eimer…ärgerlich.

Am Ende von Tag2 dennoch die gute Nachricht, ich bin vorgerückt auf P3 wenn auch nur mit 11 Sekunden Vorsprung auf P4.

Nach vorne waren es 25 Sekunden zu P2 und 49 Sekunden zu P1.

   

 

 

   

Am Sonntag standen die letzten 3 Stages auf dem Programm, 2 davon leider wieder sehr tretlastig und mein direkter Verfolger konnte genau da stark punkten.

Stage 11 (=Stage 1, siehe oben) verlief diesmal optimal, die Frage war nur wieviel würde mir der Verfolger in der 2 Minuten langen (!!) Bergauftretpassage abnehmen können.

Die Antwort: Mein Vorsprung auf P4 ist nach dieser Stage auf nurmehr 2 Sekunden zusammengeschmolzen!

Stage 12 wieder ein highlight, zweitbeste Gesamtzeit, nur 2 Sekunden hinter Loureiro und damit wieder 9 Sekunden Vorsprung auf P4.

Stage 13 war ein eher langweiliger Kiesweg, ohne nennenswerte Steigung/Gefälle/Kurven, also wieder 2 Minuten Vollgas-treten.

Mein Freund Thomas (den Ihr im Piemont kennengelernt habt) hat mir das ganze Wochenende einen spitzen Support gegeben, so auch auf der nun letzten und entscheidenden stage.

Wir hatten eine pfiffige Idee für diese letzte Stage, die zwar etwas aufwändig aber natürlich im Rahmen des erlaubten Regelwerkes war.

Ohne diese Idee wäre es vermutlich Essig gewesen mit P3, so habe ich nur

2 Sekunden auf meinen sehr tretstarken Verfolger verloren und kommte P3 m,it 7 Sekunden Vorsprung ins Ziel retten….YEAH!!

Auf P1 haben mir übrigens dann exakt die 32 Sekunden gefehlt aus Stage 1 🙂

 

Bei der Siegerehrung „musste“ ich dann gleich 3x aufs Podium:

P3 in der Tageswertung, P3 in der Teamwertung und P1 in der Punktegesamtwertung.

 

Viele Grüße

Tobi