Wie unser vorletzter Blogpost beweist, sind wir auch ohne Bike und im Schnee unterwegs. Aber irgendwann ist auch mal Schluss mit Lust auf Schnee und es juckt in den Fingern – das Bike will bewegt werden. Um diesen Schmerz zu lindern haben wir unsere Sachen ins Auto gepackt und uns auf den Weg nach Italien gemacht. Endstation: Finale Ligure. Ziel: Kondition aufbauen, die Trailtechnik des letzten Jahres wieder aus den Tiefen des Gehirns rauskramen und natürlich Sonne, Cappuccino und Pizza genießen.

Der Plan war klar: jeden Tag 1-2 Touren fahren, dabei zwischen 1000-1500 Höhen- und Tiefenmeter selbst gekurbelt überwinden – und somit autonom von jeglichem Shuttleservice und dem damit verbundenen hohen Fahreraufkommen unterwegs sein.

    

    

Und so empfing uns Finale nach entspannter und staufreier Autofahrt bei bestem Wetter: Sonne, angenehme 12 Grad – perfekt, um die ersten Höhenmeter in T-Shirt und kurzer Hose unter die Reifen zu nehmen.

Die Trails sind um diese Jahreszeit angenehm leer. Im Ort sind zwar viele Biker zu sehen und die Shuttlefahrzeuge der lokalen Anbieter auch viel unterwegs. Jedoch findet man Ruhe bei tollen Wegen, wenn man sich abseits der bekannten Downhillstrecken bewegt.

So kommen einem höchstens mal ein paar Wanderer oder Kletterer entgegen.

Wir steigern unsere Touren von Tag zu Tag: Sowohl die Höhenmeter werden langsam mehr, aber auch die Trailschwierigkeit, bis wir wieder an dem Punkt angelangt sind, an dem wir Ende 2016 in die Winterpause gegangen sind.

Es ist eine wahre Freude, die Schlüsselstelle im Trail zu meistern. Auch der Ehrgeiz ist geweckt, so dass die wirklich knackigen Passagen durchaus 2 bis 3 Mal in Angriff genommen werden. Denn man will ja nicht nur irgendwie, sondern vor allem schön runter kommen.

    

    

Der Tagesablauf unserer 8 Biketage ist schnell gefunden: 7.30 Uhr klingelt der Wecker zur ersten lockeren Laufrunde an der Strandpromenade. Zurück in der Ferienwohnung stärkt das ausgiebige Frühstück mit den auf dem Rückweg vom besten Bäcker in Town mitgebrachten frischen Semmeln für die Biketour. Dann heißt es pedalieren, Knieschoner an die Beine, Sattel runter und ab in den Trail bis zum Mittag. Kurze Pause bei Cappuccino und Brotzeit, und ab in den Nachmittag, der die fleißigen Biker wieder mit tollen Abfahrten und grandiosen Ausblicken auf das Meer belohnt. Angekommen zurück an der Ferienwohnung: Bikecheck, Bikes verschließen, Duschen und ab zum Abendessen. Bei leckerer Pasta und Pizza und natürlich dem ein oder anderen Wein oder Bier planen wir den nächsten Tag und fallen dann zufrieden ins Bett.

Wir haben uns in den 8 Tagen hervorragend auf die Saison 2017 eingestimmt. Mensch und Material harmonieren wieder so gut zusammen wie zuvor.

Und ehrlich: Das ganze blöde Weiß kann sich jetzt bitte mal verziehen 🙂

    

   

 

 

   

 

Aber ohne Bike machts weniger Spaß – so machen wir uns auf in unser Trainingslager an den Südalpen. Donnerstag frühmorgens wurde das Shuttle gepackt und alle 9 Plätze sind besetzt. Die Vorfreude auf die ersten Biketage steigt: von Stunde zu Stunde wird es wärmer und die Sonne scheint mit voller Kraft.

Erster Stopp ist in Südtirol, hier fahren wir 2 geniale und großteils schneefreie Trails. Ein guter Einstieg in die Saison…..

 

   

 

 

   

 

 

   

 

Anschließend geht es weiter an den Alpensüdrand, dort warten auf uns noch weitere 3 geniale Bike Tage mit Sonne und mega langen Trails. Natürlich ist hier und da mit Schneefeldern zu rechnen und der ein oder andere Gipfel ist noch in winterliches weiß getaucht – das schreckt uns jedoch keinesfalls ab und so wird der  matschige Schnee für Gleichgewichts- und Konditionsübungen genutzt.

 

   

 

 

Die ersten Maiglöckchen sind bereits im Wald zu sehen und die Temperaturen machen Lust auf mehr Bewegung an der frischen Luft. Der Frühling 2017 kann kommen, bis dahin geht´s für einen Teil der Freeridefactory nochmal in den Süden…

 

   

 

 

   

 

 

   

 

   

   

   

Und wiedermal musste der goldene Süden der Alpen für unsere Unternehmung herhalten. Ziel war diesmal ein markanter Bergrücken im Trentino, der sich als echte Herausforderung darstellen sollte…

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Kaum zu glauben, es ist schon wieder Dezember, das Jahr neigt sich dem Ende, die Saison ist vorbei, ganz Deutschland isst Kekse, zündet Kerzen an und wartet sehnsüchtig auf die kommende Bikesaison. Ganz Deutschland? Fast. Eine kleine Truppe hartgesottener Biker macht sich auf den Weg gen Süden, um den zweiten Advent recht feierlich auf den Trails zu verbringen. Das Wetter ist gut angesagt: Sonne, aber eher frostig. Egal, dicke Handschuhe und Daunenweste ins Gepäck und ab.

    

    

Los geht’s Samstag im Stockdunkel auf die Autobahn nach Italien. Nach 3 Stunden entspannter Fahrzeit ist das Ziel – die Talstation – erreicht. Die Bikes sind schnell zusammengebaut und die Liftkarte gekauft. Absoluter Vorteil an der Jahreszeit: wir sind die einzigen Fahrgäste. Oben angekommen gilt es nochmal ca. 500HM zu kurbeln. Wir nehmen die Anstrengung dankend an, denn bei ca. -2 Grad oben am Joch tut Bewegung gut. Die Aussicht ist atemberaubend: klarer Himmel, Sonne und dieses unvergleichliche goldene Herbst-/Winterlicht taucht die Almen in eine ganz besondere Atmosphäre. Nach einer kurzen Querung steht der Trail auf dem Programm: Flowig geht es über Nadelboden, Laub, Stein- und Wurzelfelder bergab. Trotz dicker Handschuhe legen wir recht häufig kurze Stopps ein, um die Finger zu wärmen. Hier entwickelt jeder seine eigene Strategie: Hände unter die Knieschoner, zu Fäusten in den Handschuhen geballt oder auf die warme Bremsscheibe.

    

    

Unser Ziel liegt im sonnigen, aber auch kalten Vinschgau. Ein Stopp in einem Café wärmt uns von Innen und von Außen. Voller Energie starten wir in die zweite Auffahrt des Tages: auch hier wieder Teil I mit Liftunterstützung und Teil II dann mit reiner Muskelkraft. Vom Joch aus blicken wir auf die in die Abendsonne getauchte Bergwelt: Plattkofel, Langkofel, Sellamassiv liegen vor uns und lassen die Temperaturen vergessen. Bergab führt uns wieder ein toller flowiger Trail. Im Dunkeln erreichen wir die Autos. Schnell verladen wir unsere Sachen und fahren ins Hotel, wo uns schon die heiße Sauna erwartet. Der Tag verdient nur ein Wort: Perfekt!

    

    

Tag 2 startet nach einem leckeren Frühstück und schneller Dämpferwartung auf dem Parkplatz. Auch heute stehen 2 Trails auf dem Programm, die wir uns per Lift und per Kurbeln erarbeiten. Das Wetter ist noch einen Tick besser: zwar weiterhin nur -2 Grad, jedoch strahlender Himmel, voller Sonnenschein. Es ist einfach genial, zu dieser Jahreszeit unterwegs zu sein, erlaubt es doch, Trails unter die Stollen zu nehmen, die sonst von Wanderern überlaufen sind. Wir treffen nur vereinzelt Menschen im Wald, die uns alle begeistert fragen, woher und wohin. Wir folgen wieder der bewährten Fingeraufwärmstoppstrategie. Mittags füllen wir die Energiespeicher bei Suppe und Tee wieder auf und freuen uns auf den zweiten Trail.

Insgesamt stehen an beiden Tagen jeweils gut 1200 selbst getretene Höhenmeter und je 3000 Tiefenmetern auf unseren Tachos.

Wir runden unser perfektes Adventswochenende beim Wirt ab. Kekse, Kerzen und den Adventskranz haben wir definitiv nicht vermisst.

    

    

 

Lebenslanges Lernen – das gilt nicht nur für den Job, sondern auch für den Sport. Und so machten wir uns Mitte November auf nach Bozen, um 2 Tage lange intensiv an unserer Trailtechnik zu feilen.

Eine Woche vorher schon hatten wir uns für den Theorieteil getroffen und Dinge wie Tourenplanung per GPS und Karte, Versicherungsschutz und Rucksackpackliste besprochen.

Das Wetter war super – strahlend blauer Himmel – jedoch schon recht kühl mir 2 Grad am Morgen und 7 Grad am Nachmittag.

An Tag 1 stand erst einmal Hinter- und Vorderrad anheben auf dem Programm. Die Herauforderung hier: den Sweet Spot zu finden: also genau den Punkt, an dem sich das Rad in der Luft im Gleichgewicht befindet. Gar nicht mal so einfach.

Gut aufgewärmt ging es dann per Bahn auf den Kohlern. Peter hatte am Vortrag schon den Trail gesichtet und die noralgischen Stellen markiert. Wir nahmen uns sehr viel Zeit, die Schlüsselstellen zuerst per pedes abzugehen, die Lines zu diskutieren und dann das ganze auf zwei Rädern zu probieren. Das Gute an einem solchen Techniktraining sind vor allem folgende 3 Punkte:

  1. Nimmt man sich beim normalen Fahren nie die Zeit, die Stellen vorher abzuschreiten und die Ideallinie zu finden.
  2. Kann man im Techniktraining die Stellen mehrfach fahren, bis es klappt.
  3. Stehen die Vereinskollegen als Ratgeber und Fänger zu Seite. Somit traut man sich auch an Stellen heran, die man sonst nicht fahren würde.

Wir brauchten für Abfahrt 1 dann auch ganze 4 Stunden. 4 gut investierte Stunden, wie Abfahrt 2, die nach einer kurzen Brotzeitpause in der Sonne auf dem Kohlern unter die Reifen genommen wurde. Viele der schwierigen Passagen klappten nun ohne Probleme. Einige noch nicht. Und hier haben wir uns wieder Zeit genommen, mit Hütchen die Ideallinie markiert und uns an den kritischen Stellen als Fänger postiert.

Das Härteste an Tag 1 war für mich, sich ständig zu fordern und über sich hinaus zu gehen. Gerade für den Kopf ist das enorm anstrengend. Aber nur so kann man wirklich besser werden.

Abends haben wir noch die Bozener Innenstadt erkundet und den Tag bei Wein und Südtiroler Küche ausklingen lassen.

 

    

    

 

Tag 2 begann nach einem guten Frühstück wieder am Fuße des Kohlerns. Am Vormittag wollten wir uns dem Thema Drop widmen. Ein geeignetes Übungsobjekt hatte Peter beim Scouten schon ausgemacht. Diesmal packte Michi auch sein Tablet auf, um unsere Versuche aufzunehmen. Es ist wirklich sehr viel wert, wenn man sich mal selber fahren sieht. Oft kommt es einem ja so vor, dass man schon total weit unten steht oder die Arme schon total weit auseinander macht. Sieht man sich dann mal auf Video, erkennt man, dass man doch noch ganz schön aufrecht steht oder die Arme doch eher am Körper kleben.

Die 2 Abfahrten von Tag 2 nutzen wir, um nochmals die entscheidenden Passagen gemeinsam anzugehen. Hier wurde der Fortschritt deutlich, den die Gruppe in den zwei Tagen schon erzielt hat: die Anzahl der Schlüsselstellen hatte im Vergleich zu ersten Abfahrt schon enorm abgenommen. Vieles, was Samstag Morgen noch quasi unfahrbar wirkte, ging nun locker von der Hand. Auch sind wir nun in der Lage anderen Fahrern Tipps zu geben, denn wir erkennen nun deren Haltungsfehler. Das haben wir dann auch direkt an den anderen Fahrern, die im Trail unterwegs waren, ausprobiert und nicht mit gut gemeinten Ratschlägen gegeizt.

Am Ende von Tag 2 waren zwar alle sowohl körperlich als auch mental (vor allem ich J) platt, aber auch super stolz auf unseren Lernerfolg. So blöd er auch klingen mag, „Übung macht den Meister“ stimmt einfach

 

    

      

 

Das Piemonte ist für uns  das Bergland der einsamen und beschaulichen Gipfel.  Hier starteten wir 4 Tage Trailbiken  in der einmaligen Bergwelt des italienisch/französischen Grenzkamms.

 

      

 

 

      

 

 

 

      

 

Samstag: Regen und empfindlich kalt

Nach der Anreise in der Früh checken wir erst mal im Hotel ein. Der Regen lässt nach und wir kurbeln nach einer kurzen Gondelfahrt hoch in Richtung Alm. Dabei wird es von oben wieder nass und der Nieselregen aus den tief hängenden Wolken ist empfindlich kalt. Die Einkehr in der Alm tut gut! Die Abfahrt ins Vinschgau ist rutschig, die tausenden Wurzeln und von Moos überwachsenen Steine forden unser Fahrkönnen.

Nach der zweiten Gondelfahrt und weiteren selbst gekurbelten Höhenmetern erreichen wir mit den ersten Sonnenstrahlen den Traileinstieg. Dieser ist gefühlt komplett unbefahren und deshalb super schön.

Den Abend lassen wir bei gutem Essen und Wein in unserer Unterkunft ausklingen. Ein absolut gelungener Tag mit viel Vorfreude auf das was noch kommt.

 

Sonntag: Traumwetter!

Wir starten wieder mit der Gondel und sparen uns somit etwas Zeit, denn die Tage sind schon deutlich kürzer. Hinauf geht es dann auf mäßig steilen Forstwegen. Die Aussicht auf der baumfreien Hochebene ist atemberaubend. Strahlend blauer Himmel und rundherum schneebedeckte Berge. Nach dem Aufstieg auf einen Vorgipfel gönnen wir uns eine Pause und genießen die Aussicht.

Die erste Trailabfahrt hat es gleich in sich. Teils steil und extrem verblockt – S3 eben. Der Höhenweg ins hintere Tal zieht sich dann kilometerweit hin, immer wieder ein paar Höhenmeter begauf und bergab. Der letzte Anstieg zur Hütte ist dann noch einmal ein Kraftakt. Zum Glück hat die Hütte noch geöffnet, der letzte Tag! Wir haben riesen Glück, sind aber auch die letzten Gäste für dieses Jahr.

Danach geht es zur Sache! Der Trail wird steil und ist teilweise mit Stahlseilen versichert. Bis hinunter ins Tal ist es dann eine Mischung aus Flowtrail und wurzeldurchzogenen, steilen Passagen.

Ein langer Tag mit unglaublich schönen Eindrücken geht zu Ende und gibt uns Hoffnung auf einen langen Herbst.

     

 

 

     

 

 

     

 

 

     

   

 

Samstag früh morgens machten wir uns auf in Richtung Österreich, Ziel ist das traumhafte Stubaital nahe der Staatsgrenze zu Italien. Pünktlich um 9 Uhr öffnete die Dame den Kartenverkaufsschalter und ja keine Minute früher……die Bergbahntickets sind gekauft, zusammen mit gefühlt 100 weiteren Touristen stehen wir an der Gondel an. Doch auch das sollte nur von kurzer Dauer sein, nach und nach entfernen wir uns vom Tourismus in Richtung alpines Gelände. Nach dem ersten echt brauchbaren Trail kommt nun die erste Tragepassage mit ca. 500 HM auch den ersten Sattel.

 

   

   

 

Hier am Sattel auf ca. 2100 Metern eröffnet sich zum ersten Mal ein traumhaftes Panorama und zugleich auch ein Panoramatrail der sich im oberen Teil gewaschen hat. Wir verlieren ca. 500 Hm, hier am Anfang der Waldgrenze wir der Weg etwas einfache doch die Spitzkehren gehen uns nicht aus. Nach ca. 1500 Hm haben wir das Tal erreicht. Nun heißt es Kräfte sammeln um den nächsten Anstieg mit ca. 1000 HM und 200 HM tragen zu bewältigen.

Zwischen drin lassen wir die Seele auf der beschaulich gelegenen Trunahütte etwas baumeln.

 

   

   

 

Kurz unter dem Sattel werden die Wolken etwas dunkler, den Sattel nach der Tragepassage erreicht fängt es leicht an zu regnen, alles aber im Rahmen um die Abfahrt in vollen Zügen genießen zu können. Zum Glück war es die Tage vorher recht trocken so bleibt uns Wasser von unten erspart.

Der Trail eine Meisterleistung an Streckenführung und Baukunst, durch Wälder und Wiesen schlängelt sich dieser Bergpfad dem Tal entgegen. Der Trail spuckt und direkt am Hotel aus. Das Zipfer steht kalt nun kann es auch regnen, was schlagartigt auch passiert.

 

   

   

 

Am Nächsten Morgen starten wir direkt von Almis Berghotel, das in Sachen Service und Gastfreundschaft wohl nicht so schnell zu übertreffen ist, vorallem ein Dank an Thomas der uns am Vorabend noch half die Räder zu waschen.

Heute ein ähnliches Programm, erst kurbeln dann noch 200 HM Tragen bis aufs Joch, von hier aus eröffnet sich nun ein erster Blick nach Südtirol in das auch unser nächster Trail führt. Dieser Pfad entpuppt sich als kleine Racestrecke und das bis in Tal. Anschließend radeln wir auf dem Eisackradweg in Richtung Grenze zurück. Doch das sollte noch nicht alles sein, mit ein wenig Glück nimmt uns Gadsche der Almwirt hoch über dem Brenner mit seinem Pickup mit 🙂 und erweist uns seine Gastfreundschaft bei einem Bierchen.

So ist es noch einfach der Trail zum Brennergrenzhaus zu genießen.

Im Königreich der Berge

Die Vorbereitungen laufen bereits seit Wochen, wir haben alles geplant und an fast alles gedacht. Samstag um 6 Uhr geht es los in die Schweiz. Die Vorfreude ist trotz der frühen Morgenstunden enorm.

Entgegen der „bekannten“ Berge ist uns die Region rund um das Matterhorn noch völlig unbekannt. Das wird sich schnell ändern und so parken wir gegen 13 Uhr in Täsch und machen uns ohne Auto, beladen nur mit einer Tasche und unseren Bikes auf ins autofreie Zermatt. Der Shuttlezug ist fast leer an diesem leicht verregneten Samstag. Die Bergwelt liegt noch in den Wolken als wir uns ein Elektro-Taxi fürs Gepäck nehmen. Die Unterkunft am oberen Dorfende ist genial gelegen. Matterhornblick inklusive! (aber das wissen wir noch nicht).

Nach selbst gekochter Pasta Bolognese und einem Vino stimmen wir uns auf den nächsten Tag ein. Rucksack packen, Trails absprechen und zur Einstimmung noch ein Bikevideo vorm schlafengehen.

Der nächste Tag beginnt früh – mit Kaffee, Müsli, Banane und Kiwi. Und natürlich unserem selbst gemachten Brotzeitbeutel für unterwegs. Die erste Gondel ist unser! Noch komplett in den Wolken, die Sicht ist gleich null und es ist etwas unheimlich 25 Minuten im Nebel durch die Berge zu gondeln. Kalt ist es auch, nur knapp über 0 Grad.

Der erste Trail wird spannend, hochalpin und mit wenig Ausblick. Doch die Wolken verziehen sich schnell und wir sind tief beeindruckt. Dagegen kommt auch der erste und gleich zweite Platten nicht an!

Der Trail fordert uns zum ersten mal, ganz schön anstrengend und wir sind gut beschäftigt. Mittagspause dann an der Unterkunft. Als wäre es geplant verschwinden die Wolken und geben den Blick auf das Matterhorn frei, einfach unbeschreiblich.

Wir haben aber noch etwas vor, also geht es weiter. Wieder hinauf und ab auf die Trails, dann wird das erste mal richtig bergauf gekurbelt und wenig später das Bike geschultert. Dabei aber immer mit wahnsinns Bergpanorama. Der Höhenweg und die anschließende Abfahrt zur Berghütte sind gigantisch, enge Wege in hochalpiner Landschaft. Dann kurz vor der Hütte steil und von Spitzkehren durchsetzt. Nach zünftiger Einkehr und einer einheimischen alkoholhaltigen Spezialität geht es durch die Schlucht hinab in den Ort. Abenprogramm: einkaufen, gemütlich grillen im Garten, Bierchen und die Bilder des Tages anschauen.

Ein neuer Tag, auch dieser beginnt früh.

Bereits um kurz vor 8 Uhr sitzen wir in der Zahnradbahn. Es ist kalt, teils noch Frost auf der Fahrt ganz nach oben. Die Sonne hat dann aber schon kraft und so bleiben unsere Bedenken unbegründet. Auf dem Grat dann der gigantische Blick auf die Gletscher. Da wollen wir hin. Also gesagt getan, Abstieg und dann auf dem Panoramatrail zum Gletscher. Wir haben alle ein Grinsen im Gesicht, ein riesiger Abenteuerspielplatz.

Die Berglandschaft in der wir uns bewegen ist gigantisch. Immer mehr fahrbare Trails tun sich auf und wir beginnen zu experimentieren, einen Grat dort, ein noch unbekannter Trail hier. Alles total faszinierende Orte an denen wir als Biker herzlich willkommen sind, meinst sind die wenigen Wanderer total verblüfft in solchen Regionen auf Radlfahrer zu treffen.

Wir verabschieden uns von Zermatt mit unserem ersten Trail. Am Abend erkunden wir das Nachtleben und genehmigen uns ein, zwei Bierchen 😉

Denn am nächsten Tag ist unser „Pausentag“. Heißt: packen, mit schwerem Gepäck auf dem Rad nach Täsch rollen, die unfassbar teure Tiefgarage bezahlen und mit dem Auto dem Rhonetal entgegen. Dort geht es direkt an den nahegelegenen See und die Erfrischung bei über 30 Grad haben wir uns vierdient.

Nach einer kurzen Nacht geht es früh hinauf ins Skigebiet, erst mit der Schienenkabine, dann mit der Umlaufgondel und zuletzt noch mit der Seilbahn. Dabei lernen wir einen sehr netten Schweizer kennen, der die selbe Route wie wir fahren will. Unsere Gruppe hat sich somit kurzerhand vergrößert, wir haben viel zu lachen. Der Trail führt uns über welliges, hochalpines Gelände vorbei an Hütten und Bergseen. Die Restschneefelder sind eine willkommene Abkühlung bei dem heißen Wetter. Am Speichersee haben wir schon einige Kilometer Trail hinter uns aber es hört noch lange nicht auf. Durch eine Schlucht führt uns ein Tunnel am Steilhang entlang, der Trail endet erst nach einer langen Fahrt durch Weinberge und Waalwege. Im Tal angekommen gönnen wir uns ein kaltes Bier und wunderschöner Altstadtkulisse.

Peters Geburtstag! Wir nehmen den ersten Postbus, der dank Vorreservierung bereits mit großem Radlanhänger auf uns wartet. Es geht über eine enge Straße und unzählige Serpentinen hinauf. Knapp eine Stunde Fahrzeit. Der erste Trail am frühen morgen ist gut präpariert, hier waren Wegebauer unterwegs und haben den einst schmalen Pfad zum breiteren Wanderweg ausgebaut, macht aber nichts, der Trail ist schnell und wir begegnen so früh noch keinen Wanderern. Eine Gondelfahrt bringt uns dem Tagesziel näher. Aber dennoch gilt es fast 1000hm aus eigener Kraft zu treten und zu tragen. Die Hüttenankunft ist dafür umso schöner, der Blick auf den Mont Blanc ist überwältigend. Hier bleiben wir für eine ausgiebige Pause. Peter spendiert an seinem Ehrentag eine Runde und wir liegen glücklich in der Sonne auf 3000m.

Die Abfahrt ist sportlich, rutschig und steil. Wir queren ein total idyllisch gelegenes Hochtal. Der untere Abschnitt des Trails hat durch Erosion stark gelitten, es ist staubtrocken aber wir können uns gut vorstellen, dass der Trail bei Regen schnell zum Bach werden kann.

Der letzte Tag bricht an, wieder früh aber das sind wir bereits gewohnt. Das Aufstehen geht noch aber die Muskeln sind doch schon gezeichnet von den Vortagen. Diesmal fahren wir erst Auto, dann um den Berg herum mit dem Rad und nehmen die wohl kleinste Seilbahn der Schweiz. Die Räder hängen unten Kopf über, wir fragen uns ob wohl alles gut geht? Ist es dann, denn es gilt noch einige Höhenmeter zu erklimmen. Der dann frei werdende Blick ins Tal und auf die umliegenden Berge entschädigt für die Qualen bergauf. Der erste Trail ist eher flach aber durch die groben Steinblöcke nicht ganz einfach zu fahren.