Im Königreich der Berge

Die Vorbereitungen laufen bereits seit Wochen, wir haben alles geplant und an fast alles gedacht. Samstag um 6 Uhr geht es los in die Schweiz. Die Vorfreude ist trotz der frühen Morgenstunden enorm.

Entgegen der „bekannten“ Berge ist uns die Region rund um das Matterhorn noch völlig unbekannt. Das wird sich schnell ändern und so parken wir gegen 13 Uhr in Täsch und machen uns ohne Auto, beladen nur mit einer Tasche und unseren Bikes auf ins autofreie Zermatt. Der Shuttlezug ist fast leer an diesem leicht verregneten Samstag. Die Bergwelt liegt noch in den Wolken als wir uns ein Elektro-Taxi fürs Gepäck nehmen. Die Unterkunft am oberen Dorfende ist genial gelegen. Matterhornblick inklusive! (aber das wissen wir noch nicht).

Nach selbst gekochter Pasta Bolognese und einem Vino stimmen wir uns auf den nächsten Tag ein. Rucksack packen, Trails absprechen und zur Einstimmung noch ein Bikevideo vorm schlafengehen.

Der nächste Tag beginnt früh – mit Kaffee, Müsli, Banane und Kiwi. Und natürlich unserem selbst gemachten Brotzeitbeutel für unterwegs. Die erste Gondel ist unser! Noch komplett in den Wolken, die Sicht ist gleich null und es ist etwas unheimlich 25 Minuten im Nebel durch die Berge zu gondeln. Kalt ist es auch, nur knapp über 0 Grad.

Der erste Trail wird spannend, hochalpin und mit wenig Ausblick. Doch die Wolken verziehen sich schnell und wir sind tief beeindruckt. Dagegen kommt auch der erste und gleich zweite Platten nicht an!

Der Trail fordert uns zum ersten mal, ganz schön anstrengend und wir sind gut beschäftigt. Mittagspause dann an der Unterkunft. Als wäre es geplant verschwinden die Wolken und geben den Blick auf das Matterhorn frei, einfach unbeschreiblich.

Wir haben aber noch etwas vor, also geht es weiter. Wieder hinauf und ab auf die Trails, dann wird das erste mal richtig bergauf gekurbelt und wenig später das Bike geschultert. Dabei aber immer mit wahnsinns Bergpanorama. Der Höhenweg und die anschließende Abfahrt zur Berghütte sind gigantisch, enge Wege in hochalpiner Landschaft. Dann kurz vor der Hütte steil und von Spitzkehren durchsetzt. Nach zünftiger Einkehr und einer einheimischen alkoholhaltigen Spezialität geht es durch die Schlucht hinab in den Ort. Abenprogramm: einkaufen, gemütlich grillen im Garten, Bierchen und die Bilder des Tages anschauen.

Ein neuer Tag, auch dieser beginnt früh.

Bereits um kurz vor 8 Uhr sitzen wir in der Zahnradbahn. Es ist kalt, teils noch Frost auf der Fahrt ganz nach oben. Die Sonne hat dann aber schon kraft und so bleiben unsere Bedenken unbegründet. Auf dem Grat dann der gigantische Blick auf die Gletscher. Da wollen wir hin. Also gesagt getan, Abstieg und dann auf dem Panoramatrail zum Gletscher. Wir haben alle ein Grinsen im Gesicht, ein riesiger Abenteuerspielplatz.

Die Berglandschaft in der wir uns bewegen ist gigantisch. Immer mehr fahrbare Trails tun sich auf und wir beginnen zu experimentieren, einen Grat dort, ein noch unbekannter Trail hier. Alles total faszinierende Orte an denen wir als Biker herzlich willkommen sind, meinst sind die wenigen Wanderer total verblüfft in solchen Regionen auf Radlfahrer zu treffen.

Wir verabschieden uns von Zermatt mit unserem ersten Trail. Am Abend erkunden wir das Nachtleben und genehmigen uns ein, zwei Bierchen 😉

Denn am nächsten Tag ist unser „Pausentag“. Heißt: packen, mit schwerem Gepäck auf dem Rad nach Täsch rollen, die unfassbar teure Tiefgarage bezahlen und mit dem Auto dem Rhonetal entgegen. Dort geht es direkt an den nahegelegenen See und die Erfrischung bei über 30 Grad haben wir uns vierdient.

Nach einer kurzen Nacht geht es früh hinauf ins Skigebiet, erst mit der Schienenkabine, dann mit der Umlaufgondel und zuletzt noch mit der Seilbahn. Dabei lernen wir einen sehr netten Schweizer kennen, der die selbe Route wie wir fahren will. Unsere Gruppe hat sich somit kurzerhand vergrößert, wir haben viel zu lachen. Der Trail führt uns über welliges, hochalpines Gelände vorbei an Hütten und Bergseen. Die Restschneefelder sind eine willkommene Abkühlung bei dem heißen Wetter. Am Speichersee haben wir schon einige Kilometer Trail hinter uns aber es hört noch lange nicht auf. Durch eine Schlucht führt uns ein Tunnel am Steilhang entlang, der Trail endet erst nach einer langen Fahrt durch Weinberge und Waalwege. Im Tal angekommen gönnen wir uns ein kaltes Bier und wunderschöner Altstadtkulisse.

Peters Geburtstag! Wir nehmen den ersten Postbus, der dank Vorreservierung bereits mit großem Radlanhänger auf uns wartet. Es geht über eine enge Straße und unzählige Serpentinen hinauf. Knapp eine Stunde Fahrzeit. Der erste Trail am frühen morgen ist gut präpariert, hier waren Wegebauer unterwegs und haben den einst schmalen Pfad zum breiteren Wanderweg ausgebaut, macht aber nichts, der Trail ist schnell und wir begegnen so früh noch keinen Wanderern. Eine Gondelfahrt bringt uns dem Tagesziel näher. Aber dennoch gilt es fast 1000hm aus eigener Kraft zu treten und zu tragen. Die Hüttenankunft ist dafür umso schöner, der Blick auf den Mont Blanc ist überwältigend. Hier bleiben wir für eine ausgiebige Pause. Peter spendiert an seinem Ehrentag eine Runde und wir liegen glücklich in der Sonne auf 3000m.

Die Abfahrt ist sportlich, rutschig und steil. Wir queren ein total idyllisch gelegenes Hochtal. Der untere Abschnitt des Trails hat durch Erosion stark gelitten, es ist staubtrocken aber wir können uns gut vorstellen, dass der Trail bei Regen schnell zum Bach werden kann.

Der letzte Tag bricht an, wieder früh aber das sind wir bereits gewohnt. Das Aufstehen geht noch aber die Muskeln sind doch schon gezeichnet von den Vortagen. Diesmal fahren wir erst Auto, dann um den Berg herum mit dem Rad und nehmen die wohl kleinste Seilbahn der Schweiz. Die Räder hängen unten Kopf über, wir fragen uns ob wohl alles gut geht? Ist es dann, denn es gilt noch einige Höhenmeter zu erklimmen. Der dann frei werdende Blick ins Tal und auf die umliegenden Berge entschädigt für die Qualen bergauf. Der erste Trail ist eher flach aber durch die groben Steinblöcke nicht ganz einfach zu fahren.

   

Drei Tage Dolomiten, viele Tiefenmeter und absolute Trailhighlights

Tag 1: zusammengefasst hat es den ganzen Tag geregnet. Laut Wetter App 77 Liter, so hat es sich auch angefühlt. Deshalb die zuvor gekaufte Gondelkarte etwas ausnutzen und oben in den Hütten Kaffee trinken. Danach freuen wir uns durchgefroren auf die Sauna im Hotel. Alternativprogramm für Biker.

Tag 2: Bestes Wetter, strahlender Sonnenschein. Wir haben bereits alles vorbereitet und treffen Andi und Robert pünktlich um kurz nach 8 Uhr an unserer ersten Gondel. Diese bringt uns mit der ersten Fahrt direkt hinauf zum Grödnerjoch. Trotz Sonne ist es empfindlich kalt, die spitzen der Gipfel sind sogar leicht angezuckert – Schnee im August!

Wir starten auf die erste Abfahrt, leider sind die „Trails“ breiteren Schotterpisten zum Opfer gefallen – schade. Abweichend von der vorgegebenen Strecken finden wir dann aber doch noch den ein oder anderen schmalen Pfad.

Die nächste Gondel bringt uns direkt hinein in Skigebiet Alta Badia. Hier ist die Aussicht auf den Sellerstock, die Civetta und den Marmolada Gletscher einfach gigantisch. Auf leicht hügeligem Gelände rollen wir dahin und genießen die Bergwelt der Dolomiten. Die Abfahrt nach Arabba ist rasant. Ein schmaler, sehr gut gepflegter Trail. Wir nehmen Tempo auf!

Nach der nächsten, nun 5. Gondelfahrt geht es von 2500m steil hinab zum Pordoijoch. Eine kleine Pause gönnen wir uns jetzt auf der Hütte, wir liegen sehr gut in der Zeit. Deshalb wird spontan noch eine kleine extra Abfahrt eingebaut. Kein Problem denn Lift Nummer 6 nimmt uns wieder mit hinauf aufs Pordoijoch und von dort hinab nach Canazei. Während der Seilbahnfahrt entscheidet ein Teil der Gruppe spontan noch einen Trail direkt unter der Bahn zu nehmen, wir entdecken einen absoluten Geheimtip. Schmaler, unbefahrener, mit Spitzkehren durchzogener Singletrail über 1000 Tiefenmeter. Trailgrinsen pur in allen Gesichtern. Nach erneutem Gondelaufstieg nun die finale Abfahrt mit Gegenanstiegen nach Wolkenstein. Gegen 18:30 Uhr sind wir geschafft aber glücklich und lassen den Abend beim Wirt gemütlich ausklingen.

Auf dem GPS stehen folgende Daten: 9h 45min – 79km – 5650 Tiefenmeter

Tag 3: Die Lattemar Umrundung

Mit noch etwas müden Beinen vom Vortag starten wir dennoch hochmotiviert in den neuen, ebenfalls sonnigen und warmen Tag.

Der erste Trail und die erste Gondelfahrt in aller Früh. Wer einmal herum will um die Berggruppe muss früh dran sein. Das Panorama entschädigt aber für alles. Herrliches Sommerwetter und wolkenloser Himmel. Die Runde wird deutlich mehr bergauf getreten als noch am Vortag. Uns erwarten auch nur 3 Liftfahrten statt der neun vom Vortag. Die Trails sind absolut einsam und man merkt, dass hier deutlich weniger Tourismus herrscht. Wir haben Spaß auf engen, teils noch recht schlammigen Trails. Hütteneinkehr ist Pflicht und so schaffen wir ganz entspannt auch diese Umrundung. Highlight ist der Karersee der mit wunderschön türkisem Wasser direkt vor dem Bergmassiv beeindruckt.

Auch hier die Daten vom GPS: 7h 45min – 57km – 2520 Tiefenmeter

    

Am Wochenende machten wir uns auf um eine lang ersehente Aufgabe zu bewältigen. Die Abfahrt mit dem Bike vom Stubaier Gletscher Skigebiet. Steil und mühsam die Auffahrt über die Wilde Grubn, aber landschaftlich wieder mal erstklassig.

Am Gamsgarten angekommen nahmen wir den letzten Anstieg in Richtung Eisgrat. Dieser war nicht mehr ganz so brachial steil und die jungen Burschen habe auch ein paar Meter geschoben …… endlich 🙂

    

 

 

    

Da am Eisgrat aktuell die neue Gondelstation gebaut wird hatte keines der Lokale offen und wir konnte die Dachtretrasse für uns in Beschlag nehmen. Ein kurzer Abstecher zur Eisgrotte und los gings mit der ersten Abfahrt zum Gamsgarten.

Auch hier musste für uns als alte Stubaier Skifahrer ein Stoppover sein.

Anschließend der obligatorische Stopp auf der Dresdnerhütte und die Abfahrt ins Tal, diese sich als deutlich technischer als zuerst angenommen herausstellte……

    

 

             

 

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Am Freitag früh ging es bei schönstem Wetter in Richtung Achensee. Der Bus war vollgepackt mit Spezialitäten aus dem Isarwinkel und Getränken einer naheliegenden Seeregion.

Nachdem der Michi und ich unseren Pavillon als Basis für die nächsten drei Tage direkt am Ufer aufgebaut hatten kam auch schon der Peter und die Anja dazu.

Zur ersten Tour starteten wir mittags und hatten ca. 1200 hm vor uns, wovon ca. 400 hm zu tragen waren. Der Aufstieg der letzten 150 hm waren sehr ausgesetzt und mit dem Radl auf dem Rücken kein Zuckerlecken. Nach ca. 3 Stunden hatten wir den Gipfel erreicht und uns auf einen genialen Trail vorbereitet. Auch auf der Abfahrt gab es eine Menge ausgesetzte Stellen und kniffelige Fahrpassagen, bis der Trail dann in endlosen Sptizkehren direkt auf Seehöhe endete. Mit dem Schiff ging es zurück zu unserer Basis wo Jochen bereits mit unserer neuen Feuerstelle dem „Ghettofassl“ auf uns wartete.

Mittlerweile sind auch der Berni, Bene und der Marco dazu gestoßen die nachmittags noch eine 500 hm Runde vor der Haustüre des Campingplatzes gedreht hatten. Zuletzt kam noch der Stefan von der Fa. „Ghettoholz“ dazu.

Abends hatten wir den Tag am Feuer bei einem Bierchen und einer Menge Grillfleisch ausklingen lassen.

Am Samstag kamen dann noch weitere Kollegen, wie der Klaus, die Katrin, der Björn, der Ralf, und Marcos Papa dazu.

Um ca. 09.00 Uhr ging es dann los an das Südende des Sees um dort einen Gipfel mit ca. 1100 hm zu erklimmen, wovon die Hälfte ca. zu fahren ist. Peter, Anja und Bernie waren die drei Gipfelstürmer. Der Rest der Truppe hatte individuell je nach Können, Kondition, Lust und Wetteraussicht umgedreht. Auf der Hütte haben wir uns dann gesammelt und die letzten 500 hm Trail gemeinsam absolviert.

Abends gab es dann wieder Spezialitäten vom  Grill und eine feurige Gulaschsuppe aus der Gulaschkanone. Ein Teil der Truppe hatte sich dann in das Restaurant des Campingplatzes verzogen um den Halbfinaleinzug der deutschen Fußballnationalmannschaft zu verfolgen.

Der Sonntag startete mit etwas schlechterem Wetter und einer kleineren Gruppe von acht Leuten. Die Tour wurde etwas kleiner wie die Touren der Vortage somit konnten wir nachmittags gemütlich den Pavillon abbauen und die Spuren unseres Lagerlebens wieder beseitigen.

Alles in allem waren es drei schöne Tage mit traumhaften Touren und interessanten Gesprächen.

 

 

Auch im Jahre 2017 wird der Achensee wieder Bestandteil unseres Programms werden.

Schöne Grüße

Andi Eß

 

   

 

Das Piemonte ist für uns  das Bergland der einsamen und beschaulichen Gipfel. So verschlug es uns für eine Woche in dieses Gebiet. Alleine die Anreise durch die Po Ebene war sehr verheißungsvoll mit Temperaturen um die 41 Grad. Im Bergort angekommen bezogen wir nun für die ersten 3 Tage unser Hotel. Von hier starteten wir 3 Touren in die einmalige Bergwelt des italienisch/französischen Grenzkamms.

 

   

 

 

   

 

Nach den den Traumtrails der ersten 4 Tage verließen wir unsere erste Station um weiter Tal einwärts unser nächsten Trails zu suchen, was uns auch mit einer gigantischen Abfahrt über 1500 Tiefenmeter und fast 8 Km gelang.

 

   

 

 

   

 

Nach nun mehr 5 Tagen voll Strapazen mit tragen, schieben und kurbeln verliesen wir langsam die alpine Bergwelt und freuten uns auf eine paar Tage an der Rivera 🙂

 

   

 

 

   

 

    

Lange schon stand die Sella Ronda auf meiner MTB-To-Do-Liste. Und nun sollte es Mitte Juni endlich soweit sein.
Anreise Freitag Nachmittag direkt nach der Arbeit lief problemlos. Dank super Wegbeschreibung von Edwin war der Parkplatz in Wolkenstein schnell gefunden. Bike ausladen, die (viel zu schwere) Tasche auf den Rücken gepackt und die ersten ca. 200 HM des Wochenendes unter die Stollen genommen. Oben erwartete mich der andere Teil der Gruppe (als da wären Uwe und Bianca, Martin, Dr. Sommer und natürlich unser Guide Edwin) schon gemütlich bei Bier und Wein in der JUAC Schutzhütte oberhalb von Wolkenstein. Ein absoluter Geheimtipp! Ich gebe zu, als es hieß, wir übernachten in einer Schutzhütte, dachte ich an: kein warmes Wasser, kaltes Bett, Dosenfutter. Aber weit gefehlt. Die JUAC Schutzhütte ist super ausgestattet: nette Mehrbettzimmer, heißes Wasser, tolle und dank Kachelofen warme Stube, leckeres Essen.

    

    

Für Tag 1 hatte Edwin eine schöne Tour rund um Wolkenstein und die Seiser Alm ausgesucht. Das Wetter meinte es in der Früh richtig gut mit uns und so starteten wir voll motiviert nach einem tollen Frühstück. Die 20km lange Auffahrt über Forstwege, Trails und Wiesen zur Seiser Alm nahmen wir dank Wetter und gefüllten Energiespeichern locker unter die Reifen. Immer wieder hatten wir Blick auf die umliegenden Gipfel: Langkofel, Plattkofel, Santnerspitze. Das Ganze dann gespickt mit grünen Almen und gefleckten Kühen – perfekt ist die Alpenidylle.
Zur Einkehr Mittags auf der Laurinhütte bei Suppe, Kaffee und Apfelstrudel konnten wir auch noch draußen sitzen. Jedoch zeigte sich hier schon, dass das Wetter nicht mehr lange halten würde. Über dem Langkofel türmten sich schon die Wolken. Und so kam es, wie es kommen musste: gegen 13 Uhr fing der Regen an. Da hieß es: alle Mann (und Frau) wasserdicht verpacken und weiter. Wie hatte Edwin erst auf dem letzten Lehrgang gelernt: Lenker, locker und lächeln!
Der weitere Weg führte uns auf die Strecke der am selben Tag stattfindenden Sella Ronda Hero. Enorm, was die Jungs da leisten! Wir durften sie ca. 5km lang begleiten und somit auch ein wenig Rennluft schnuppern. Ehrensache, dass wir sie mit Anfeuerungsrufen und auch von hinten schiebend unterstützen. Über einen Wechsel aus Trails und Forstwegen erreichten wir nach 40km und 1400 HM Wolkenstein. Nun standen „nur“ noch 4km und ca. 400 HM bis zur JUAC Hütte an.
Endlich an der Hütte angekommen erwarteten uns neben Wasserschlauch und Trockenraum vor allem die warme Stube, ein tolles Abendessen und noch das ein oder andere Bierchen, bei dem es sich hervorragend fachsimpeln lässt.

    

    

Tag 2: Wolkenverhangener Himmel, ca. 10 Grad – aber – trocken, zumindest noch. Auf geht’s auf unseren ersten Gipfel mit Unterstützung: auf die Bergstation Dantercepies auf knapp 2.300müNN. Oben ist es schon recht kühl, aber mit der entsprechenden Kleidung geht es. Nun folgen eine kurze Schotterstraße, dann Wald- und Wiesentrail hinunter zum Grönderjoch und dann weiter in den Ort Corvara. Immer wieder haben wir Blick auf die Asphaltpassstraße, auf der sich die Rennradler tummeln. Da heute Bike Day ist, sind es 1. Mehr Rennradler als sonst, 2. Keine Autos unterwegs und 3. Entertainmentprogramm längs der Strecke. Uns so werden wir auch prompt vom Alleinunterhalter in Corvara interviewt, was über die Lautsprecher direkt in die Menge übertragen wird.
Von Corvara trägt uns die nächste Gondel hoch zum Col Alto und dann zum Prolongia hoch. Der dortige Höhenweg ist wirklich ein Schmankerl mit toller Aussicht in Richtung Dantercepis und auf Corvara. Wir nehmen uns die Zeit für Fotostopps. Und noch ist auch das Wetter toll. Die Vorhersage prophezeit allerdings für ab Mittags wieder Regen. Und bislang hatte sie immer Recht. Hinab über den Passo Campolongo geht es über Trails, Wiesen und Forstwege nach Arraba hinunter. Vor allem der letzte Abschnitt fordert technisches Fahrvermögen. Wir rumpeln über grobes Geröll gen Tal. Gorilla ist hier angebracht: breite Arme, O-Bein Stellung und tief gehen, damit der Druck am Vorderrad nicht abreißt. Unten in Arraba wird die eigentlich geplante Cappuccinoeinkehr angesichts der Masse an Rennradlern, die sich dort sammelt, auf später verlegt und es geht direkt zur nächsten Aufstiegshilfe, die uns zur Porta Vescovo auf nunmehr über 2.500müNN bringt. Das leider wolkenverhangene Panorama auf die Marmolada genießen wir nur kurz, treiben uns Wind und Kälte doch wieder in die Bewegung aufs Bike. Nun folgt einer meiner Highlights: ein schöner Trail, der sich leicht wellig am Berg entlang in Richtung Passo Pordoi schlängelt. Habe ich schon erwähnt, dass ich es liebe, technische Trails bergauf zu fahren? Also ich liebe es! Von hier folgt ein weiterer Trail gen Tiefe. Mittlerweile regnet es wie angekündigt, aber gut eingepackt kann uns das nicht viel anhaben. Der Trail schlängelt sich erst parallel zur Passstraße und zweigt dann ab. Im mittleren Bereich ist er zumindest für uns nicht fahrbar, da der Boden durch den Hero vom Vortag total verschlammt ist. Rutschend bewegen wir uns mit zeitweisem Bodenkontakt weiter, und sind tatsächlich mal froh, als der Trail zu Ende ist und die Schotterstraße beginnt.
Schon kommen wir im letzten Ort vor dem Ziel an: Canazei. Malerisch liegt der Ort zwischen den Felsspitzen. Auf zur letzten Gondel zum finalen Sella Joch. Oben – es hat wieder nur 6 Grad – geben wir unseren körperlichen Bedürfnissen endlich nach und suchen die Gipfelhütte auf. Nicht nur der knurrende Magen, auch kalte Finger verlangen nach Nahrung und Wärme. Dank massiver Müllsäcke dürfen wir mit unseren Schlamm starrenden Klamotten sogar in der Gaststube auf Stühlen Platz nehmen und machen uns über Gemüsesuppe, heiße Schokolade und Sachertorte her. Was so ein bisschen Essen und Wärme ausmachen! Gestärkt und wieder voll motiviert nehmen wir die letzten 10km unter die Reifen. Und die sind nun wirklich das Sahnehäubchen: durch den so genannten Steingarten schlängelt sich der Trail gen Tal. Bäume, Felsen und Wiesen sehen aus wie vom Landschaftsgärtner sorgfältig drapiert. Darüber ragt die Wand des Langkofel meterweit in den Himmel. Das sind die Augenblicke, die uns jedes Wochenende erneut auf das Mountainbike treiben. Und das sind definitiv auch die Augenblicke, die man auf dem Rennrad unten auf der Asphaltstraße nicht erleben wird.
Nach knapp 60km, gut 600HM selber treten und 8h kommen wir wieder am Auto an. Wir sehen zwar aus wie Sau (wie man in meiner Heimat, dem Ruhrgebiet sagt), aber sind super glücklich, die Sella Ronda gemeistert zu haben. Auch wenn wir keine Startnummer am Bike hatten: Wir fühlen uns wie Heroes!

 

    

 

    

 

Die Freeride Factory ist viel unterwegs. Klar, wir wollen die besten Trails in den schönsten Gegenden unter die Reifen nehmen. Diesmal verschlug es zwei Mitglieder – Björn und mich (Katrin) – mehrer tausend Kilometer weit Richtung Westen über den großen Teich nach Amerika. Genauer gesagt in die USA. Dort erkundeten sie mit Bikes und Wohnmobil (oder auch RV, wie der Amerikaner sagt) die besten Trailspots in Kalifornien.
Dabei durfte Downieville natürlich nicht fehlen. Ein – man darf es ruhig so nennen – Kaff in den Bergen der Sierra. Ca. 250 Einwohner. Der nächst größere Ort, der auch über einen Starbucks verfügt, 45 Meilen Bergstraße weit weg. Hier muss man noch wissen, dass das Vorhandensein von Starbucks einen Ort zu einem Ort der modernen Zivilisation adelt.
Aber im Internet wird Downieville als Moab Kaliforniens gehandelt. Singeltracks.com führt den Ort unter den Top 3 der Mountainbikegebiete Kaliforniens. Und sogar das Bike Magazin listet Downieville als Top Spot in den USA auf (gut, ob das jetzt ein Qualitätsmerkmal ist? Diese Einschätzung überlasse ich mal dem Leser.).
In jedem Fall entschieden wir uns, dort Halt zu machen. Nach 600 Meilen und 9h auf dem Freeway- wir kamen gerade von Las Vegas – erreichten wir Downieville endlich am späten Nachmittag. Unser erster Besuch führte uns zu beiden ortsansässigen Bikeshops und Shuttleanbietern Downieville Outfitters und Yuba Expeditions. Dort haben wir Kartenmaterial und viele Tipps für Touren erhalten. Es ist zwar schon Juni, dennoch liegen die Traileinstiege auf ca. 2200müNN noch unter Schnee. Daher waren die Tipps der Locals umso wertvoller. Wir entschieden uns für einen schönen Loop mit Anfangs- und Endpunkt in Downieville für den nächsten Tag und eine Shuttletour für Tag 2.

 

    

 

 

    

 

Los ging es dann morgens um 9 Uhr zu unserem Loop. Vom Ortskern geht es in Richtung Norden auf der Fireroad, die unseren Forststraßen entsprechen, von der dann der erste Trailabschnitt Second Divide abzweigt. Dieser wird sowohl uphill als auch downhill gefahren – Obacht ob von oben kommender Biker ist also angesagt. Der Second Divide ist ein für Kalifornien typischer Mountainbiketrail: er schlängelt sich permanent bergauf. Die Steigung ist so, dass man sie gerade noch bergauf treten kann. Immer wieder gibt es jedoch auch Passagen, bei denen auch der stärkere Biker absteigen und schieben muss. Typisch für Kalifornien ist der Trail aus meiner Sicht deshalb, da die Jungs dort einfach mega viel Trail bergauf fahren. Wenn man das auf ein paar Touren gemacht hat, kommt einem Forstweg bergauf wie Lift fahren vor. Der Second Divide geht in den Third und dieser in den First Divide über. Diese beiden Trails führen dann aber flott bergab. Der Loop war ein toller, aber auch sehr anstrengender Auftakt für uns in Downieville. Wir freuen uns auf den nächsten Tag: Shuttle!

 

    

 

 

    

 

Am zweiten Tag steht nun also der Shuttle an. Bewaffnet mit Infos und Karte stehen wir um 11.30 Uhr bei Yuba Expeditions. Unser Gefährt: ein Van von Ford mit Fahrradträgern auf dem Dach, dem Heck und der Front. Richtig gelesen: auch vorne vor dem Kühler finden drei Bikes auf einem Radträger Platz.
Nachdem alle Bikes aufgeladen sind, fahren wir ca. 45 Minuten bergauf. Es geht von 960müNN auf ca. 2200müNN auf den Packer Saddle. Auf Grund des vielen Schneefalls müssen wir nach dem Abladen noch ca. 2 Meilen über den Schnee schieben und fahren. Dann steht unserer Trailabfahrt aber nichts mehr im Wege. Start bildet der Butcher Ranch Trail. Hier oben stehen die Bäume nicht so dicht wie im Tal. Man kann weit gucken, Felsen treten an die Oberfläche, Wiesen liegen zwischen den Bäumen. Es sieht aus wie in Kanada. Ober zumindest so, wie ich es mir in Kanada vorstelle. Der Trail führt mitten durch diese Wunderlandschaft. Immer wieder verläuft er auch direkt im felsigen Bachbett. Er bietet alles, was man sich von einem Trail wünscht: flowige, schnelle Passagen, Steinfelder, weiter Blick und knackige Spitzkehren. Technisch und schnell geht es über Felsen und Waldboden Richtung Tal. Hier sind die Knieschoner schon angebracht. Den Loop am Tag davor konnte man noch locker ohne Schutzkleidung fahren.
Vom Butcher Ranch geht es in den schon bekannten Third Divide. Schnell geht es durch die Redwoods auf einem schönen Waldtrail bergab. Technisch gesehen ist er eher einfach, ab und an gibt es ein paar Wurzel- oder Steinpassagen. Dafür kann man die Bremse offen lassen. Third Divide endet wieder an der Fireroad. Dieser folgt man dann ca. 1 Meile und biegt auf das Schlussstück den First Divide an. Dieser Trail bewegt sich mit wenig Gefälle am Fluß. Ca. 50 m über dem Yuba River verläuft dieser direkt am Fels: links geht es steil bergauf, rechts 50m steil hinunter ins Wasser. Im unteren Bereich verlässt der Trail diese direkte Wasserlage und führt schön schnell durch den Wald wieder in den Ort zurück. Unten angekommen folgt der Blick auf den Tacho: 24km Singletrail bergab. Das kann sich sehen lassen.
Wir verstehen nun, warum es Downieville auf die Bestenlisten und in die Magazine schafft. Alleine die Shuttletour vom Packer Saddle ist schon der Hammer. Aber Downieville verfügt noch über unzählige weitere Trailkilometer, die uns leider auf Grund des Schnees verwehrt bleiben. Aber halb so wild, haben wir doch so einen Grund wiederzukommen 🙂

 

Noch ein paar Hinweise:
Wer in Downieville in einem Zimmer übernachten möchte, der sollte frühzeitig reservieren. Es gibt viele wirklich schöne Unterkünfte, teilweise mit direktem Zugang zum Yuba River. Jedoch sind diese abgezählt.
Außerdem sollte man sich vorher mit allen gewünschten und benötigten Lebensmittel eindecken. Bis zum nächsten richtigen Supermarkt in Grass Valley sind es wirklich 1,5h Autofahrt – einfach.
Wenn man campen möchte, kann man das auf den zahlreichen, jedoch sehr einfach eingerichteten Campgrounds des Lake Tahoe National Forest tun. Hierfür ist ein Permit notwendig. Feste Stellplätze gibt es nicht, wer da ist, ist da. Dann gibt es noch den Willow Creek Campingplatz ca. 30 Minuten Autofahrt von Downieville entfernt. Dieser bietet ein richtiges Sanitärgebäude mit schönen warmen Duschen. Allerdings liegt er sehr dunkel am Talboden.
Shuttles können unkompliziert am Vortag bei Yuba Expeditions und Downieville Outfitters gebucht werden. Beide fahren im Stundentakt hoch. Kostenpunkt: 20$ / Person.

 

    

 

Es ist Zeit für das erste Trailcamp des Jahres, am schönen Lago.

Die Anreise ist bis Innsbruck recht mühsam, danach geht es einmal Quer durchs Engadin bis ins schöne Italien. Das Hotel ist vielen schon bekannt und eine super komfortable Unterkunft mit reichhaltigem, gesundem Frühstück.

Am ersten Tag werden gleich drei richtig tolle Trails gefahren, davon einer direkt vom Gipfel bis zum See hinunter. Die Auffahren mit den Shuttlebussen gestaltet sich in Italien als relativ einfach, die Straßen sind meist bis ganz oben geteert aber eng. Nicht jede Kehre schaffen wir ohne Zurücksetzen…

Beeindruckt vom wunderschönen Seepanorama, den verspielten Trails und 100% Sonne lassen wir den Abend im schönen Restaurant ausklingen.

Der zweite Tag startet direkt mit navigatorischem Feingefühl um die richtige Auffahrt zum Traileinstieg zu finden, dank der italienischen Hilfsbereitschaft besorgen wir uns ein Erlaubnis bis ganz nach oben zu fahren. Das war auch gut so, denn der nachfolgende Trail ist das erste Highlight an diesem Tag.

 

    

Das Zweite folgt direkt danach. Die stillgelegte aber bekannte Eisenbahnstrecke oberhalb vom See. Wir genießen die Fahrt direkt an der Felswand denn wir wissen schon was uns wenig später erwartet. Der Treppentrail ist für Mensch und Material eine Belastungsprobe, dennoch hat jeder ein Grinsen im Gesicht und jede Menge Spaß beim versetzen der gefühlt tausend Spitzkehren.

Tag drei, das Aufstehen geht schon nicht mehr so leicht. Ob es am Hauswein im typisch Italienischen Restaurant oder an den vielen Spitzkehren vom Vortag liegt? Egal, ausgiebig frühstücken und ab auf Tour!

Gefühlt werden die Trails immer besser, ein Geheimtipp jagt den Nächsten. Die Gruppe ist hochmotiviert und alle haben Spaß auf ihren Bikes. Da darf ein Boxenstop mit Seeblick auch mal sein um Dämpfer oder Reifen zu wechseln. Ein optimales Setup braucht eben Zeit zum Testen. Die teils auf schön weichem Waldlaub verlaufenden Trails werden immer wieder durch felsige Passagen unterbrochen. Am meisten Spaß machen aber wohl die engen Gassen durch typisch italienische Bergdörfer. Manchmal nicht viel breiter als unsere Lenker.

Ausklingen lassen wir den Abend am See, gekühlte Erfrischungsgetränke und fachsimpeln unter Gleichgesinnten. Der Abschluss eines absolut genialen Trailcamps, denn nun soll das Wetter schlecht werden.

Abreisetag: dieser beginnt stark bewölkt. Doch dann plötzlich passiert es. Flüssiger Sonnenschein.

Wir machen uns bereit, alles ist wasserdicht eingepackt. Ausladen und GO! Was ein Spaß. Das Wasser läuft in Sturzbächen den Berg hinab und die gemauerten Wege sind super rutschig. Hier ist viel Gefühl an der Bremse gefragt, für alle eine riesen Gaudi.

Danke an alle die dabei waren und für ein unvergessliches Wochenende gesorgt haben.

Pfingesten und schlechtes Wetter das geht gar nicht, deshalb sind wir spontan auf die Alpensüdseite geflüchtet. Dort alles in bester Ordnung:

Wetter SCHÖN, Trails FLOWIG und Essen LECKER

Zwei Tage lassen wir uns es gut gehen und genießen feine, staubtrockene Trails und gemütliche Hütten.