Am Freitag reiste der gesamte Tross (10 Teilnehmer und 4 Trainer)  ins wunderschönen Italien. Nachdem sich der Großteil gegen 20-21 Uhr im Hotel eingefunden hatte, war der Hunger natürlich groß. Allerdings erwies es sich als Ding der Unmöglichkeit, ein fußläufig vom Hotel zu erreichendes Restaurant zu finden, welches ausreichend Platz für uns hatte. Daher wurden spontan im angesteuerten Restaurant einige Parkplatzpizzen bestellt und mit dem ein oder anderen Bier hinunter gespült. Während des “Parkplatz-Abendessens” gab es  dann von Peter (bzw. dem Wayne Gretzky des Bikesports) bereits die ersten Instruktionen sowie einen Ablaufplan was uns an diesem Wochenende erwarten würde. Gestärkt mit Parkplatzpizza steuerten einige von uns noch die ein oder andere Bar an.

Am Samstag früh ging es dann endlich los: Verladen der Bikes und Ausrüstung um 8:45 Uhr, Abfahrt 9:00 (zumindest lautete so der Plan). Mit geschlagenen 7 Minuten Verspätung starteten wir dann das Vorhaben Hinterradversetzen und steuerten den ersten Drop Off an. Angekommen an einem kleinen Parkplatz gab es erst mal einen Bike- und Fahrwerkscheck (der teils auch dringend nötig war). Nachdem bei Timo alle lockeren Speichen wieder fest waren, gab es die ersten Trockenübungen, um unserem Ziel, dem Hinterradversetzen, näher zu kommen. Hier haben wir ausgiebig geübt, wie man das Hinterrad überhaupt in die Luft bekommt (erst nur aus dem Dämpfer, dann nur aus der Bremse und dann kombiniert) sowie den Sweet Spot zu finden. Bei der folgenden Trockenübung “Hinterradversetzen am Hütchen” hatten ein paar Teilnehmer anfangs noch Probleme die bisher gelernten Schritte in einer kombinierten Aktion umzusetzen (bekanntes männliches Multitasking-Problem).

Im Anschluss an die Trockenübungen wurden wir in Gruppe 1 (Trainer Sebi), Gruppe 2 (Trainer Anja) und Gruppe Ärsche (Trainer Sven) eingeteilt. Peter stand als Mädchen für alles sämtlichen Gruppen mit Rat und Tat zur Seite und hat an der ein oder anderen Stelle im Trail (sagen wir mal mit “sanften Worten”) nachgeholfen. Jetzt stand der Umsetzung des bisher gelernten aber nichts mehr entgegen und es ging in den ersten Trail. Nach lockerem Einrollen warteten auch schon die ersten Spitzkehren auf uns. Zu Beginn noch etwas gewöhnungsbedürftig, gelang es den Teilnehmern immer besser und flüssiger das Hinterrad um die Spitzkehren zu zirkeln (auch in Kurven die man locker auch mit dem Hollandrad hätte durchfahren können).

Angekommen am Ziel unseres Trails machten sich drei wackere Teilnehmer mit dem Kult-Volvo auf den Weg, um die Shuttlefahrzeuge wieder abzuholen. Der Rest der Teilnehmer und Trainer hatte nun etwas Zeit, um zu verschnaufen. Ein ganz unermüdlicher Teilnehmer und Trainer machten sogar in der “Pause” noch brav ihre Übungen um dem Sweet Spot näher zu kommen (mit den ein oder anderen trainerseitigen Blessuren).

Nachdem die Shuttlefahrzeug am Pausen-Spot angekommen waren, wurden diese in rekordverdächtiger Geschwindigkeit beladen und es ging sofort weiter zum nächsten Drop Off. Angekommen am Drop Off warteten erst mal ca. 500 HM auf uns, die es mit Muskelkraft zu bewältigen galt. Angekommen am beeindruckenden Gipfelkreuz galt es, sich von den Strapazen des Kurbelns zu erholen. Nach einer Gedenkminute für einen leider viel zu früh verunglückten Bergsportfreund machte sich der Tross auf zum nächsten Trail. Hier ging es gleich von Anfang an zur Sache und in schier endlosen Spitzkehren konnte das bisher gelernte weiter verfeinert und geübt werden. Immer wieder waren auf dem Trail die Ansagen unserer Trainer (kilometerweit) zu hören: “Schau auf meinen Arsch”, “Mach die sch**** Bremse auf, “TIEFER”, “Kein T-Rex”. Angekommen am Zielpunkt ging es für einen Teil direkt in die Birreria, während 3 weniger glückliche Biker die ehrenvolle Aufgabe hatten die Shuttlefahrzeuge einzusammeln. Nun machte sich die 7-minütige Verspätung von heute Früh bemerkbar und die für 19 Uhr geplante Reservierung im Parkplatzpizza-Restaurant konnte leider nicht eingehalten werden. Aber dank unserem Ralle bekamen die ausgehungerten Biker doch noch ihr Abendessen (Matthias sogar sein zweites an diesem Abend). Wieder zurück im Hotel ging es in die bereits vom Vorabend bekannte Bar zum Fachsimplen und entspannten Ausklingenlassen des doch sehr anstrengenden Tages.

Sonntag, Tag 2, 8:45 Uhr verladen, 8:50 Uhr Abfahrt (wir haben aus der Verspätung des Vortags gelernt) und los ging es zum ersten Trail. Bei bestem Sonnenschein nahmen wir die letzten 50 HM zum Gipfel aus eigener Kraft unter unsere Bikes. Was nach dem obligatorischen Gipfelfoto folgte, war absolut beeindruckend und für die meisten Teilnehmer Neuland: Es ging mit den Bike durch die  Tunnel, die kaum breiter als unsere Lenker waren. Nach dieser traumhaften Panoramaabfahrt wartete in Teil 2 der nächste Teil auf uns. Nach den ersten Spitzkehren trennte sich an einer Gabelung die Spreu (Gruppe 1) vom Weizen (Gruppe 2 und Gruppe Ärsche). Während sich Gruppe 2 und Gruppe Ärsche schön an den vorgegebenen GPS-Track hielten machte es sich Gruppe 1 (wohl) einfacher und wählte einen nicht ganz so zugewachsenen Trail zur Abfahrt. Da bekanntlich ja alle Wege nach Rom führen, führen auch alle Trails nach unten und die Meute war wieder vereint. Das letzte Stück des Trails war uns bereits vom Vortag bekannt und so konnte hier die ein oder andere Stelle nochmals und verbessert gemeistert werden.

Anbekommen im Ziel, das gewohnte Spiel: Shuttles abholen und weiter gehts. Mit eingespieltem Team waren der Crafter im Handumdrehen beladen (der Weltrekord im Crafterbeladen wurde – trotz ausgeklügeltem Plan und Vorbereitung – knapp verfehlt ).  Nur war alles bereit für den (leider) letzten Trail des Wochenendes. Bereits der Traileinstieg ließ erahnen, was hier auf uns wartete: Spitzkeheren, die ihren Namen verdient haben. Der erste Teil des Trails war sehr technisch und mit sehr engen Spitzkehren und Stufen gespickt. Da die Veranstaltung unter dem Motto “Alles kann, nichts muss” stand, haben hier einige vernünftigerweise “nichts muss” gewählt und die ein oder andere Stelle geschoben/getragen. Im weiteren Verlauf des Trails waren wieder unendlich viele Spitzkehren in allen Variationen zu finden (steil, verblockt, enger als an Kleid in Größe XS).

Anbekommen am Marktplatz  war dann das Abenteuer “Hinterradversetzen” leider und auch viel zu früh schon wieder vorbei. Jetzt gab es nur noch eines zu bewältigen, das Abschlussbier. Nachdem auch dies erledigt war machten wir uns mit Wehmut wieder auf die Heimreise (mit kleinem Abstecher des Kult-Volvo aufgrund eines vergessenen Rucksacks, der eigentlich im Crafter Platz finden sollte).

Mein Fazit dieser Tour: Es war absolute Klasse was Peter mit den Coaches Anja, Sebi und Sven, auf die Beine gestellt hat. Die Trails  waren Großteils für alle (mit den ein oder anderen Hinweisen) fahrbar und haben super dazu beigetragen das gelernte auch direkt umzusetzen. Die Anweisungen und Tipps auf den Trails haben mir geholfen stellen zu meisten, die ich im Alleingang wahrscheinlich nicht mal geschoben hätte. Mich selbst hat dieser Kurs in meiner Fahrtechnik (gefühlt) auf ein neues Level gehoben. Daher an dieser Stelle nochmals vielen vielen Dank an Anja, Peter, Sebi und Sven für euren Einsatz und Eure Geduld mit uns. Macht weiter so!!!!!!

Ein Bericht von Jörg Hoffmann

 

Mitte September zog es uns mal wieder in unsere gefühlte zweite Heimat nach Bella Italia. 5 Tage Biken versprachen viel Zeit für Trails, Aussicht, Birra und Pizza.

 

 

Am Mittwoch Nachmittag ging es bei allerbestem Sommerwetter mit unserem weißen Monster – aka Crafter – gen Süden. Zur Abwechselung mal ohne Stau erreichten wir nach 4,5h Fahrzeit unser Hotel. Peter hatte mal wieder ein gutes Händchen bei der Auswahl, wir wurden vom Chef des Hauses sogar auf Deutsch begrüßt. Die Küche war auch noch offen, so dass die hungrigen Reiseteilnehmer noch ein Abendmahl einnehmen konnten.

Am ersten Biketag ging es früh nach einem guten Frühstück, welches wir uns mit einer Gruppe Rennradler teilen mussten (der arme Koch kam kaum mit dem Rührei-Zubereiten nach) auf den ersten Pass des Tages. Der entspannten Autofahrt folgten weitere ca. 500HM tragen. Hier war Teamgeist gefragt, da wir eine Schlüsselstelle nur mit Bike-Hochreichen überwinden konnten. Auf über 3.000m angekommen machten wir erstmal eine Pause und genossen die Aussicht auf den bevorstehenden Trail. Dieser enttäuschte uns nicht: zuoberst hochalpin-feslig suchten wir den Weg entlang der rot-weißen Markierungen. Anschließend ging der Pfad erst in einen alten Militärweg und dann in einen Wiesentrail über, der einiges an Kehren für uns bereit hielt. Im untereren Teil dann tauchte er in den Wald hinein und führte uns über Wurzeln und Waldboden flowig zum Auto.

Zwischenzeitlich hatte es sich ordentlich zugezogen, aber noch war es trocken. So ließen wir uns von Peter und dem Crafter wieder den Pass bergauf fahren, um erneut oben auszusteigen. Kurzer Bikecheck, noch einen Riegel in den Rucksack und los gings. Diesmal ohne tragen zunächst parallel zur Passstraße fast eben bis leicht ansteigend. Der Spaß ging dann richtig los, als der Trail sich in einem Taleinschnitt neben einem kleinen Bächlein wirklich nach unten stürzt. Nicht zu schwer, aber auch nicht zu leicht zirkeln wir um Steine, über Wurzeln und versetzen fleißig das Hinterrad in den Spitzkehren. Leider erwischt uns nach ca. der Hälfte der Regen – und zwar sturzbachmäßig. An Fahren ist kaum mehr zu denken, wir rutschen, schieben, fluchen bis wir endlich nach gefühlter Ewigkeit und komplett durchnässt den Ort erreichen, wo der Crafter an einer überdachten Brücke auf uns wartet. Klamotten aus und rein in den Plastiksack, ab ins Auto und nur noch unter die heiße Dusche. Diese und die große Pizza bringen unsere Lebensgeister wieder zurück.

Tag 2 – gleiches Prozedere beim Frühstück, jetzt noch verschärft durch eine Busreisegruppe. Die bewegen sich zwar den Tag über kaum, essen aber mindestens so viel wie die Rennradler.

Wieder geht es mit Motorunterstützung zum Pass. Nun steht eine Kammquerung mit anschließender Abfahrt an. Wetter passt, das Panorama, aber auch der konditionelle Anspruch auf den letzten Höhenmeter (standesgemäß tragend zu meistern) rauben den Atem. Oben dann Gipfelfoto, Riegel, Schoner, Jacke und los gehts. Die Anstrengung wird durch eine tolle, endlos scheinende Abfahrt belohnt, die uns direkt im Ort wieder frei gibt. Das Erlebte wird natürlich am besten in der Bar an der Piazza Centrale verarbeitet.

 

Tag 3 bricht nach nächtlichem Regen mit strahlender Sonne an. Heute wollen wir einen MTB Klassiker unter die Stollen nehmen. Rauf auf den Pass, kurze Passage rauf pedailieren in den Einstieg und schon kann es losgehen. Auch hier auf fast 3000müNN ist das Panorama auf die umliegenden Berge der Wahnsinn, der uns immer wieder zum Anhalten zwingt. Die Spitzkehren sind gerade steil genug, nicht zu ausgesetzt und meist ausreichend grippig, so dass jeder ausgiebig üben kann.

Wie immer klappt das Aufsammeln mit dem Crafter einwandfrei, GPS sei dank. Wir fahren zum nächsten Drop Off und schaffen die Gondel vor der Mittagspause. Oben an der Hütte beratschlagen wir uns: eigentlich sollte es nun, von knapp 2600müNN direkt auf dem Trail wieder ins Tal gehen. Doch das Wetter ist super, kein Schnee, T-Shirt Temperaturen und wir haben die frühe Gondel bekommen. Somit entscheiden wir, noch bis zum Joch auf über 3.000 aufzusteigen und einen alternativen Trail zu nehmen. Der Crafter wird auch noch mit den neuen Koordinaten des Pick ups versehen und schon starten wir nach entspannter Mittagspause gut gestärkt zum Joch. 600HM tragen und schieben, diesmal aber ohne Schlüsselstelle vergehen rasch und schon können wir die Abfahrt angehen. Diese zeigt sich zu Beginn durchaus herausfordernd, wird dann aber wundervoll flowig, um zum Ende hin wieder etwas mehr Anspruch mit Wurzeln, Steinen und Steilstufen zu haben.

Zufrieden erreichen wir die Bar am Pick up und können dem Einkehrschwung nicht widerstehen. Im letzten Licht des Tages erreichen wir unsere Pension. Turbodusche, denn es gibt nur noch 20 Minuten warmes essen.

Tag 4 und damit der letzte Tage. Der Crafter bringt uns zuverlässig den Pass hinauf. Ein letztes Mal für diese Tour packen wir die Bikes aus, wechseln noch rasch die Bremsbeläge wo nötig und kontrollieren den Luftdruck. Kurzes Pedalieren, dann heißt es mal wieder tragen und mal wieder die 3.000er Marke hinter sich lassen. Wir steigen bis zum Gipfel auf. Außer uns nur eine Truppe jungebliebener Damen, denen wir beim Gipfelfoto assistieren. Sonst lediglich Aussicht.

Der Trail führt erst steil in ein Hochtal, dann gemächlich über Kuhweiden längs des Baches. Um zum Talort zu kommen, müssen wir jetzt noch den Berg auf einem Höhenweg halb umrunden. Dieser Pfad ist kaum begangen und entsprechend schmal, so dass vor allem ich ordentlich gefordert bin, trittsicher mit dem Rad auf den Schultern zu gehen. Dank der mentalen und physischen Unterstützung meiner Vereinskollegen gelingt mir das. Die Abfahrt stellt sich dann als abenteuerlich heraus, da diese ebenso wenig begangen ist, wie die Querung. Dank GPS sowie unserer späherischen Fähigkeiten finden wir den Pfad und folgen diesem sicher ins Tal. Kurz vor dem Ende müssen wir noch eine Herde Kühe durchqueren.

Im Ort wartet wieder unsere beiden zuverlässigsten Vereinsmitglieder: Crafter und Fahrer Peter. Beide bringen uns, die Bikes und unsere Taschen wieder sicher in die Heimat. Italien über 3.000 – immer eine Reise wert.