Dolce Vita im Trailparadies

   

Lange geplant und vorbereitet, dann ist es nun soweit. Wir fahren wieder in die Berge, abseits jeder Tourirouten. Ins abgelegene Venetien, einem absoluten Paradies.

Bei endlich heißem Sommerwetter haben wir mitgedacht und kalte Getränke eingepackt. Zum Glück können wir ohne Stau durchfahren und erreichen zum Abendessen unsere Unterkunft.

Da es geregnet hatte beginnt der erste Tag noch etwas wolkenverhangen und die Auffahrt bei dieser Luftfeuchtigkeit fühlt sich nach Sauna an. Egal… die Trails entschädigen umso mehr für die Qualen und etwas Höhenmeter selber erarbeiten tut auch immer gut.

Nach der zweiten Auffahrt und einer geschmeidigen Trage- und Kletterpassage erforschen wir echtes Trail-Neuland. Explorer Touren eben! Ein verlassener Trail und immer wieder Stollen aus dem ersten Weltkrieg. Wir sind absolut begeistert. Den Abend lassen wir gemütlich im Restauran „altes Kino“ ausklingen.

   

In den zweiten Tag starten wir früh uns genießen das Frühstück bei angenehmen Temperaturen. Nach einer kurzen Autofahrt starten wir quasi direkt vom Gipfel in einen sportlichen Trail, so früh und noch ganz frisch dauert es etwas in Schwung zu kommen. Aber spätestens nach einem recht steilen, fast senkrechten Trageabschnitt sind wir „on fire“ und genießen die endlosen Spitzkehren auf einem extrem schmalen Trail. Ein Traum für alle Singletrail Fans 😉

Der zweite Teil des Tages beginnt frustrierend. Der geplante Trail ist nicht mehr vorhanden, komplett zugewachsen und verfallen. Spontan wird umgeplant. Es geht über einen weiteren Gipfel und Bunkeranlagen Richtung Tal. Ein kurzer Cappuccino Stop darf aber in Italien nicht fehlen – ok… es gab auch ein Bier. Später im Restaurant lassen wir den Tag revue passieren und genießen den Wein des Hauses.

   

   

Der nächste Tag beginnt mit strahlendem Sonnenschein, genau das richtige Wetter um etwas zu Tragen. Um die 600hm um genau zu sein, immer mit überwältigendem Blick auf den Passubio. Der anschließende Trail ist ein echtes Highlight. Obwohl wir etwas skeptisch in die Abfahrt starten (ein Schild mit „sentiero esperti“ steht am Einstieg) ist der Trail absolut fahrbar.

Unten angekommen hüpfen wir direkt in den eiskalten Bach. Das Bier wird eingeklühlt und wir genießen die Zeit in absolut unberührter Natur. Ein absoluter Traumtag neigt sich dem Ende.

   

   

Den letzten Tag starten wir mit den legendären Galerien, ein absolut einmaliges Erlebnis für Biker. Die in den Fels gehauenen Wege sind spektakulär. Die darauf folgenden einhundert Spitzkehren fordern unsere ganze Konzentration. Der letzt Trail der Ausfahrt will es ebenfalls noch einmal wissen und wir gönnen uns etwas Zeit zum üben an den S4 Stellen. Mächtig stolz beenden wir auch diesen Sommer-Trail-Tag mit einem Bad im erfrischenden Bach.

Vielen Dank an die gesamte Crew für ein absolut unvergessliches langes Wochenende!

Euer Michi

what a day! bike and dolce vita with the crew #factoryteam #freeridefactory #mtblife #outdoorfun #italy #trailhunting

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how to switchback #freeridefactory #switchbacks #mtblife #outdoorfun #trails

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nice Trail, 29er rocks! #tailhunter #mtblife #bansheebikes #freeridefactory #haerocarbon #rockshox #syntace

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12 Tausender an einem Tag

Das geht nur im Bayrischen Wald. Schon fast zur Tradition der Freeridefactory gehört diese landschaftlich einmalige, aber auch sehr schwere Tour. Daher reisten wir bereits am Freitag Nachmittag an und freuten uns über leere Autobahnen gen Osten. Nach einer regenreichen Nacht wachten wir bei nebelverhangenem Wetter auf. Gestärkt vom Superfrühstück unserer Herbergsmutter machten wir uns schon um 8 Uhr auf den Weg zum Einstieg der Tour. Während wir die ersten Höhenmeter in Angriff nehmen zieht der Himmel langsam auf und es wird zunehmend sonniger. Am ersten Gipfel erwartet uns dann Panorama pur und eine tolle Abfahrt. Die Wanderer bestaunen uns und machen fast schon ehrfürchtig Platz.
Auf gehts zum nächsten Gipfel, den wir noch radelnd erklimmen können. Auch die zweite Abfahrt ist gut fahrbar. Sie führt über eine Bergflanke, die dem letzten schweren Orkan zum Opfer fiel. Somit kaum mehr stehende, dafür aber sehr viel liegende und abgesägte Bäume zu sehen.
Die nächsten Gipfel werden anspruchsvoller: tragend geht es bergauf, kurzes Foto, und ab hinunter. Auch hier oft tragend oder schiebend, zum Glück auch immer wieder fahrend. Peter drückt auf die Tube und gönnt der Gruppe kaum Pausen. Zu recht, denn die Tour ist definitiv lang. Die gut 1900 HM wollen erkämpft werden und auch die Trails sind eher im Bereich S3-S4.
Endlich kommt der Berggasthof in Sicht, der uns eine Mittagspause verspricht. Die Stärkung ist notwendig, wen der letzte Anstieg hat es nochmals in sich. Kurz vor dem Ziel kehren wir nochmals in einer wirklich traumhaft gelegenen Hütte ein und freuen uns über das Geschaffte.


Tag 2 empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein und wieder dem mit viel Herz gemachten Frühstück. Heute steht nochmals eine schöne Tour an, jedoch zur Entspannung nur 700 HM  und ein richtig schöner, fast schon flowiger Trail. Abschließend geht es noch zum Baden. Bei 30 Grad genau der richtige Abschluss eines schönen Wochenendes in der Heimat.

Lago di Salami – extended Adventuring

Es geht wieder los, an den anderen Lago. Mittwoch mittag wird gepackt, 8 Personen mit Gepäck passen ganz locker in unseren Bus. Mit immer wieder Stau in Deutschland und in der Schweiz erreichen wir erst spät Abends unsere Unterkunft direkt am See.

Zum Glück haben wir Proviant eingepackt, somit gibt es Getränke und Brotzeit direkt im Bus.

Am Morgen dann Frühstück in der Ferienwohnung bei bestem Wetter und deutlich wärmeren Temperaturen als noch in Deutschland. Gestartet wird im Shuttlebus auf die Ostseite des Sees, die Trail hier sind uns noch unbekannt. Doch genau das wollen wir! Neues Entdecken, Trailhunting… immer auf der Suche nach einem neuen perfekten Trail.

Gut, die ersten Bergpfade sind schwer aber doch sehr spaßig. Wir gewöhnen uns an langsames rumpeln über Felsen und zahlreiche Gegenblöcke in steilem Gelände. Die dritte Abfahrt des Tages hat es nochmal in sich und wir lassen den Abend im Restaurant um die Ecke ausklingen.

Tag zwei folgt und wir werden einiges bergauf kurbeln müssen, auf den grasbewachsenen Gipfel zwischen den beiden Seeteilen im unteren Bereich. Bei fast 30 Grad noch recht ungewohnt und deshalb sehr anstrengend bewältigen wir auch das. Der Blick von oben ist unbezahlbar! Der Trail danach aber recht unbefahren und steil. Nach einigen Zwischenanstiegen erreichen wir nach einer kurzen Abfahrt eine Alpe. Da uns allen bereits das Wasser ausgegangen ist bekommen wir von zwei sehr netten Italienern Nachschub und viele Komplimente für unsere Bergradel.

Der letzte Trail des Tages beginnt nach kurzer Auffahrt recht verwachsen und zieht sich dann auf perfektem Waldboden fast 1000 Tiefenmeter bis hinunter an Seeufer. Was ein Tag, mein absolutes Highlight. Auf dem Rückweg entdecken wir einen richtig toll gelegenen Campingplatz und kehren sofort ein. Frischer Salat und die beste Pizza am See lassen wir uns zusammen mit etwas Vino Rosso schmecken. Uns gehts gut! Zumindest bis zum nächsten Morgen…

Noch etwas mitgenommen von den Geschehnissen des Vortages starten wir im Shuttlebus direkt in Richtung Passstraße, einigen von uns wird quasi sofort übel. Aber das muss man durch. Der erste Trail direkt an einem Bachbett entlang ist ein echtes Monster. Eng, steil, volle loser Steine, riesige Gegenblöcke. Hier ist es eine Kunst die richtige Linie zu finden. Wir lassen uns Zeit, schieben etwas und versuchen immer wieder die Schlüsselstellen doch zu fahren. Dieser Trail muss seinen Meister erst noch finden, wobei Peter gefühlt alles gefahren ist.

Der darauffolgenden Trail beginnt mit einem Aufstieg zur Hütte, allerdings stellt sich sehr schnell heraus das wir in einen extrem steilen, mit Kletterstellen versetzten Bergpfad geraten. Wir brechen ab und befinden und 3 Stunden später wieder sicher an der Ausgangsstelle. Trotz Umkehr konnten wir bergab noch einige tollt Fotos machen uns sind mehr gefahren als gedacht.

Den Abend verbringen wir mit einer Abkühlung am See und gönnen uns das ein oder andere Eis.

Danach verlässt und das Glück, denn der Bus streikt. Es geht nix mehr und wir brauchen eine Werkstatt. Der Abschlepper am nächsten Tag lässt ganz schön auf sich warten und unser treuer Begleiter wird für die Reparatur in die Werkstatt geschleppt. Die Zeit bis zum Abend verbringen die einen mit einer Runde biken und die anderen bei gutem Essen und erfrischenden Getränken direkt am See. Sonne tanken wir dann alle gemeinsam beim baden. Erst spät am Abend geht es dann wieder zurück.

Ein Abenteuer, teilweise geplant, das wir so schnell nicht vergessen werden. Gerne kehren wir an diesen tollen italienischen See zurück. Die schöne aber dennoch wilde Landschaft hat uns in ihren Bann gezogen.

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love this lake #lagodicomo #italy #summer #havingfunwithfriends #lake #mtblife

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Training macht den Meister – Techniktraining 2 im Bayerischen Wald

   

Kurven fahren, Blickführung, Drops, kleinere Sprünge. Dabei immer die Geschwindigkeit richtig einschätzen und möglichst sicher im Bike stehen. Das ist unser Zeil auf der Flow Country Strecke.

Nach einer Mittagspause wollen wir es dann wissen und gehen auf die Freeride Strecke. Diese ist wesentlich steiler, voller Wurzeln und Absätze. Optimales Trainingsgebiet um in sicherer Umgebung sein Fahrkönnen zu erweitern und zu erfühlen was das Bike alles kann.

 

   

 

 

 

   

 

 

 

   

TOP Platzierung bei der ENDURO WORLD SERIES für Tobias Leonhardt / Freeridefactory

Wir sind am Montag Abend vor dem Rennen auf Madeira angekommen. Haben dann noch gschwind die Bikes vorbereitet, da wir zusammen mit Tanja, Cornelius und Patrick am Dienstag ein paar Trails zum Warmfahren erkunden wollten.
Der Untergrund auf Madeira hat so seine Eigenheiten, unser Guide Nuno (sehr geiler Typ btw, www.bikesandfun.pt) hat uns gleich mal mit dem sogenannten „Madeira Ice“ bekannt gemacht. Eine Art festgebackener Lehm, der oberflächlich aber scheints nie austrocknet und glitschig wie Schmierseife ist.

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Warmrollen am Dienstag

Am Mittwoch machte sich dann leider ein leichtes Halskratzen bemerkbar, Cornelius hats leider auch erwischt. Das wechselhafte Wetter am Dienstag (Sonne/Regen/Sonne/Regen/warm/kalt/warm/kalt/wind/kein wind….) ist uns scheinbar nicht gut bekommen.

An den beiden offiziellen Trainingstagen Do/Fr konnten wir auch auf Nunos Shuttle Hilfe setzen, das war ein absolut perfekter Support, besser gehts nicht! Am 2. Trainingstag hatte ich noch einen blöden Einstich an einem zu kurz gesprungenen mini-Gap.
Beim Einschlag ist die Gabel voll durchgeschlagen, eine Speiche im VR gerissen und mit der Hüfte hab ich den Sattel abgerissen, aua. Auch die Wade hat ne ziemliche Quetschung abbekommen.
3 der 4 Speichentypen hätte ich als Ersatzteil dabei gehabt, sonnenklar welche dann abreisst…. Das gab dann abends noch Hektik und Rumfahrerei um eine Speiche aufzutreiben und jemand der das LR neu zentriert. Ein neuer Sattel musste ebenso her, daheim liegt ja nur n halbes Dutzend rum…
Der Infekt ging bei mir „zum Glück“ nur in die unteren Atemwege, so dass ich des Nachts ne gute Stunde mit Husten beschäftigt war, welche ich dann auch gleich zur Mückenjagd verwendet habe.
Cornelius hats so heftig erwischt dass er gar nicht starten konnte, wie ärgerlich!?!

Wir wurden an beiden Renntagen ca. 40 Minuten per Bus zum Rennstart hochgeshuttelt.
Von dort dann ca 40min Transfer zur ersten stage. Da das ja mein erstes EWS Rennen war, stand ich in der Startliste nicht vorne bei denen dies arg eilig haben, sondern halt entsprechend weiter hinten wo es schon etwas gemütlicher zuging.

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Start am Festivalgelände zum Bustransfer. Dieter (links) und ich waren beide Renntage stets zusammen unterwegs

Am ersten Tag standen 4 stages auf dem Programm, mit stage 1 war gleich mal die längste (10m54s) als Auftakt zu bewältigen. War eine sehr tretlastige Angelegenheit auf über 1.600 Metern Höhe mit einem recht knackigen Anstieg, den viele schiebend bewältigt haben. Ich konnte mich im leichtesten Gang grad noch so raufquälen, während ich dabei den ersten der vor mir gestarteten Fahrer überholen konnte. Das Überholen des nächsten Fahrers gestaltete sich etwas komplizierter:
Hat zunächst mal paar Kurven gebraucht bis er das realisiert hat, dann hatte ich ihm „rechts!“ zugerufen und wollte damit zum Ausdruck bringen dass ich rechts vorbeifahre. Er hats anders interpretiert, so dass wir vor einer Kehre beide nach rechts gezogen sind und somit erstmal eingeklemmt geparkt haben. Ich konnte aus der Situation gar nicht an ihm vorbei, also war er erstmal weiterhin vorne, liess mich dann aber rasch passieren. Der Konzentration war das Gehakel nicht grad zuträglich so dass ich mich paar Meter später erstmal abgelegt habe
Naja, trotzdem noch fünftbeste Zeit auf dieser Stage aber einige Zeit auf die vorderen Herrschaften eingebüsst.

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Stage 1, (mit der weissen Sonnebrille Nuno unser Guide und Shuttle)

Stage 2 war vom Charakter her schon deutlich anders als die erste. Ein teils wurzeliger, vom Regen der Vortage aufgeweichter Trail, mit einigen engen Ecken, aber auch etwas Treten. Hier musste ich gleich 3 vor mir gestartete Fahrer überholen. Das hat diesmal schon etwas besser geklappt, Übung macht den Meister
Die stage lief sonst bis auf einen Steher gut, so dass ich gleich mal die zweitbeste Stagezeit verbuchen konnte.

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Glitschiger Untergrund auf stage 2

Ein kurzer Transfer brachte uns zur 3. Stage, welche mir nach dem Trainingslauf etwas Respekt eingeflösst hat. Es sollte die zweitlängste werden (10m07s) , zwar mit eher geringem Tretanteil, dafür umso mehr Geschüttel auf extrem glitschigem verblocktem Gestein. Dazu an der ein oder anderen Stelle noch hübsch ausgesetzt, abfliegen war da keine Option…
Ich weiß nicht mehr ob ich im Laufe dieser stage 2 oder 3 Fahrer überholen musste, das größere Problem war dass nach ca. 8 Minuten Geschüttel meine Unterarme den Dienst quittierten. Ich musste das Tempo deutlich rausnehmen, andernfalls hätte es mir einfach den Lenker aus der Hand – und mich anschliessend aus dem Sattel gehebelt. Das tut echt weh wenn man vom Kopf her deutlich schneller könnte, einen die Physis aber so limitiert. Somit hier leider nur die sechstbeste Zeit.

Auf dem langen Transfer zu Stage 4 waren dann wieder eher die Beine beschäftigt, für die Arme gabs ausreichend Zeit zur Erholung.
Zumal es auf diesem Transfer noch eine üppig ausgestattete Verpflegungsstation gab. Durch das relativ enge Zeitfenster welches man für die Transfers bei der EWS zur Verfügung hat, konnte ich leider nicht unbegrenzt Leckereien reinschaufeln, auch ne Form der Diät. Stage 4 lief wieder richtig rund, der vor mir startende Dieter aus Linz hatte sich mittlerweile gut eingestellt auf den von hinten herannahenden Hektiker Ein richtig cooler Achterbahntrail durch Urwald ähnliches Gewächs auf griffigem (Wald-)Boden, was will man mehr? Drittschnellste Zeit und Gesamtrang 5 am ersten Tag. 9s hinter P4 und 20s hinter P3.

Auch die Nacht zum Sonntag war leider wieder sehr unruhig. Zunächst sind bis spät Abends hupende und gröhlende Autokonvois durchs Dorf gezogen, Benfica Lissabon hat wohl die Meisterschaft errungen. Danach hab ich mich wieder dem Husten und Mücken jagen gewidmet…

Am Sonntag das gleiche Startprozedere wie am Vortag, wir Masters sind ja als erste auf die Strecke geschickt worden. Demnach war jeweils schon um 06:00Uhr aufstehen angezeigt.
Für stage 5 war ich eigtl recht zuversichtlich, hatte mich vom Charakter bischen an das Rennen im Harz erinnert und da liefs ja nicht so schlecht. Den ersten engen Linksanlieger dann gleich mal ordentlich verhaun, ich glaub ich weiß auch woran das lag. Die Zuschauer gingen da trotz des frühen Morgens schon so ab, das hat mich tatsächlich ausm Konzept gebracht
Vielleicht bin ich auch mim falschen Fuß aufgestanden, Linkskurven lagen mir in der stage einfach nicht. In einer weiteren hab ich nochmal vom Bike springen müssen und später kurz nach dem Überholen des 2. Fahrers in einem Linksknick wieder gepatzt…
Nur die sechstbeste Zeit und keine guter Start in den Tag.

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Eine der wenigen Linkskurven die ich nicht verhaun habe auf stage 5

Bei einem der vielen Patzer auf stage 5 hatte ich mir den Sattel remote Hebel verdreht, ausserdem ist die Staubabstreifer Dichtung aus der Sattelstütze geploppt. Habe das nach stage 5 in ca. 5-10 min. repariert und kam dann prompt schon in Hektik um es rechtzeitig zu stage 6 zu schaffen. Zu spät zu seiner fixen Startzeit erscheinen heisst glaub gleich ne Strafminute. Nicht erstrebenswert jedenfalls. Also in voller Montur den Transfer hochgeknüppelt und mich wieder Fahrer um Fahrer nach vorne geschoben.

An stage 6 kann ich mich ehrlich gesagt nicht mehr so genau erinnern, nur dass es super Spaß gemacht hat und ich fehlerfrei durchgekommen bin. War wieder alles ziemlich rutschig und ich kam mir deshalb eigentlich gar nicht schnell vor. Die anderen sind scheints noch mehr gerutscht, wieder die zweitbeste Zeit auf diese stage, jihaaa!

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Die Steilpassage auf stage 6 hatte schon was von Madeira Eis

Stage 7 war/ist wenn ich mich recht erinnere Austragungsort eines DH Rennens auf Madeira.
Ziemlich schnell und flüssig, wenig treten, ein netter Rockgarden und unten noch ein wildes Wurzelmassaker. War zwar keine Meisterleistung meinerseits aber zumindest solide durchgekommen, viertschnellste Zeit.

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Stage 7

Nun folgte wieder ein laaanger Transfer über 2,5h zu den letzten beiden stages 8 und 9.
Am live timing habe ich erspäht dass ich mich erfreulicherweise auf P4 vorgeschoben habe, hatte aber nur 4 sek. Vorsprung auf P5. P3 war immer noch 19sek. voraus, das war auf den letzten beiden stages eher nicht mehr zu holen.
Stage 8 war mein absoluter Favorit, da läuft mir gleich wieder das Wasser im Munde zusammen…
Oben wieder in urwaldähnlichem Terrain, sehr spacig, im Mittelteil einige Enge Kehren dabei wo dynamisches Hinterradversetzen nicht nur ultra Spaß gemacht hat, sondern sicher auch die ein oder andere Sekunde gebracht hat. Unten raus dann ein typisch alpiner Charakter mit einem sich am Hang entlang schlängelnden schmalen trail. Lief bis auf einen doofen Steher auch wirklich sehr gut, wobei hier auch der Zweit- und Drittplazierte nochmal richtig Gas gegeben haben. Wir lagen alle innerhalb von knapp 5 Sekunden bei rund 6min30s Fahrzeit. Viertschnellste Zeit auf dieser stage, dem hinter mir platzierten aber satte 12 Sekunden aufgebrummt, => P4 abgesichert!

Die Missionsparameter für stage 9 waren somit klar definiert: Keinen Mist bauen, nicht den Helden spielen, einfach solide runterrollen und die 16 Sekunden Vorsprung verwalten.
Aber erstmal hinkommen. Der Anstieg zu stage 9 ganz am Schluss dieser anstrengenden Reise war jetzt nicht nett. Mittlerweile wars richtig schön warm und die Sonne brannte uns auf die Vollvisier behelmten Köpfe. Wir mussten einen asphaltierten Weg hoch der gefühlt mindestens 25% Steigung hatte. Dieter hat sein Bike gleich geschultert und getragen. Ich entschied mich zu schieben, was mit meiner 2€-Stück-großen Blase an der Ferse gar nicht so angenehm war.
Naja, auch das haben wir noch irgendwie hinbekommen und bald zählten auch schon die Sekunden runter bis zum Start. War dann doch gar nicht so einfach wie zunächst gedacht P4 ins Ziel zu bringen wenn man dauernd ans „nicht stürzen“ denkt. Hat dann aber letztlich gut funktioniert, viertbeste Zeit und keine Zeit eingebüsst auf meinen Verfolger, yeah!

Fazit:
Abenteuerliche Aktion, anstrengend, Schlafmangel, aber insgesamt ziemlich lässig.
Wieder zuhause habe ich die beiden ersten Nächte im eigenen Bett jeweils fast 12h geschlafen! Da bestand offensichtlich Nachholbedarf.
Die festen Startzeiten für die stages erzeugen quasi ganztägigen Stress. Bei nem ernsthafterem Defekt ist man recht schnell ausm Rennen, bzw mit Strafzeit belegt die eine gute Platzierung ad acta legen. Was mir nicht einleuchtet, warum am zweiten Renntag nicht nach Zwischenklassement des ersten Tages gestartet wird. Das wäre generell spannender und für die Fahrer auch wesentlich sinnvoller, da es dann kaum mehr zu Überholmnövern auf den stages kommt.
Organisation ansonsten tadellos.

—   Viele Grüße Tobi

  

Wieso, Weshalb, Warum? – Darum!

 

    

(Bayrischer) Saisonauftakt im Enduro-Renngeschehen

 

„Wieso war ich gefühlt ununterbrochen auf der Hinterradbremse, damals bei dem Endurorennen in den Vogesen Anfang März? – Wenigstens zu Ende gefahren, wenn auch mit Platz 74 nicht zufriedenstellend… Und weshalb musste das Innenleben meiner Pike genau am letzten Trainingstag für den Radon Epic Enduro ihr zeitliches segnen?… Das Rennen wäre so gut wie letztes Jahr geworden. Und warum stand der Fußgänger mitten auf Stage 2 beim Rennen in Belfort vor zwei Wochen? Ohne ihn hätte ich womöglich das Rennen mit intakter Hinterradfelge beenden können… Fragen ohne Antworten oder…“ Und plötzlich wird dieser Gedankenstrudel unterbrochen, da einer der benachbarten Enduro-Racer kein Gas für seine Bialetti hat. Selbstverständlich lade ich ihn auf eine Tasse aus meiner eben durchgelaufenen Kaffee-Kanne ein. Dadurch kommt mein Kopf auch wieder schnell zurück in die Gegenwart und zum heutigen Programm im fränkischen Frammersbach: Auftakt der Enduro-One Serie im Jahr 2017.

Der örtliche Motorsportverein hat hier für circa 500 Enduro-Begeisterten jeder Altersklasse einen Parcours mit 35km und 1000 Höhenmeter vorbereitet. Hier wird in 7 Stages um die beste Gesamtzeit gekämpft.

Am Tag zuvor konnten drei der sieben Stages im Rahmen des Trainings befahren und besichtigt werden. Auf einem Teil der 6. Stage wurde dann im Anschluss der Prolog ausgetragen der in die Gesamtzeit eingegangen ist und vor allem die heutige Startplatzierung festgelegt hat. Ich habe dabei Glück gehabt und bin sauber durchgekommen, sodass ich mit einem 5. Platz im Prolog meiner Kategorie zufrieden bin und somit auch zeitgleich mit meinem Enduro-Kollegen Erik am heutigen Renntag starten kann.

Wie bei allen Rennen der Enduro-One Serie ist der Zeitplan verhältnismäßig entspannt, sodass ich noch am Morgen des Renntags genug Zeit hatte den Semislick-Reifen am Hinterrad durch einen Profilreifen zu tauschen. Es hat über Nacht etwas geregnet und somit sollten die ohnehin feuchten Strecken etwas rutschiger als gewöhnlich sein.
Die Zeit rennt dann aber doch immer dahin, sodass ich mich sehr bald mit Erik auf unseren Bikes auf dem Transfer zur Stage 1 befinde. Die Spannung was uns wohl hier erwartet ist vor allem zur ersten Stage bei jedem Rennen groß. Das flache Stück der ersten Meter die vom Start einsehbar sind, lassen auf „etwas“ Treten schließen. Und dies sollte auch das Hauptmotto der ersten beiden Stages sein. Ab und zu geht es dabei links oder rechts den Hang hinauf aber ansonsten fahrtechnisch nicht anspruchsvoll dafür besonders fordernd für die Waden. Der Grip dabei ist überraschenderweise gut. Letzterer ist dann auch in Stage 3 hervorragend, wo eine frisch abgesteckte Strecke über moosigen Waldboden im ständigen Wechsel zwischen perfekt abgesteckten Kurven und natürlichen Bodenwellen den Racer talwärts führt. Mit einem breiten Grinsen wird nach dem Transfer-Uphill auch die Stage 4 bewältigt, wobei mich hier zwei gröbere Patzer wertvolle Sekunden kosten. Vorbei an der Verpflegungsstation, wo die lustigen und amüsanten einheimischen Damen des Vereins für unser leibliches Wohl sowie gute Laune sorgen. Die letzten drei Stages sind nun kein Neuland mehr, da ich sie gestern jeweils zweimal abgefahren bin. Nach Stage 5 kämpfe ich aber ein wenig mit der Müdigkeit, die mich nach der schlafarmen Woche nun versucht vom Bike zu ziehen. Aber nach ein wenig Energiezuvor und Selbstmotivation starte ich soweit es geht mit Vollgas in die 3 Minuten Sprintstrecke der ersten Hälfte von Stage 6. Als ich dann in den Teil einbiege, der am Tag zuvor im Prolog abgefahren worden ist, fühle ich mich so langsam als würde jemand 10kg Steine an mein Bike gehängt haben. Aber als die Stage endlich ins Gefälle taucht, verliere ich ganz schnell dieses Gefühl und komme mit großer Erleichterung ins Ziel dieser vorletzten Stage. Nur noch einmal nach oben, um dann die letzte gesteckte Abfahrt auf der örtlichen Skipiste in Stage 7 in Angriff zu nehmen. Zwar finde ich in einigen Kurven dieser letzten Abfahrt nicht die Ideallinie, jedoch sorgen die kleinen Sprünge für Spaß und Flow bis ins Ziel.

Am Ende des Tages reicht es für den sechsten Platz in meiner Kategorie und ich fahre mit großer Erleichterung über das Ausbleiben jeglicher Defekte und zusammen mit Erinnerungen an ein spaßiges Wochenende wieder zurück in mein schwäbisches Domizil. Die Frage nach Wieso, Weshalb, Warum sollte man ohnehin sofort immer mit einem Wort beantworten: Darum!

Nächster Enduro-Auftritt ist dann Ende Mai nahe der bayrischen Heimat, in Aschau im Chiemgau.

euer Martin

    

 

    

Ab in den Süden!

Schnee in Deutschland – das ist an und für sich nicht ungewöhnlich. Zumindest im Winter nicht. Aber Anfange Mai?! Das muss wirklich nicht mehr sein. Daher kehrten wir unserem Heimatland mal wieder den Rücken, um in den sonnigen Süden aufzubrechen.

Einpacken bei Nieselregen und 5 Grad, Brenner bei Schnee. Die bange Frage „Hat der Wagen eigentlich schon Sommerreifen“ versuchen wir so gut es geht zu ignorieren. Die Stimmung im Auto ist trotz Regen und Stau sehr gut. Wir freuen uns auf 3 Tage Trails, Sonne, Wein und Pasta.

Mitten in der Nacht erreichen wir endlich unsere Ferienwohnungen. Nur schnell die Taschen aus dem Auto und ab in die Federn. Dank Andis super Vorbereitung erwartet uns am nächsten Morgen ein stärkendes Frühstück mit frischen Semmeln, Wurst, Käse, Kaffee und natürlich O-Saft.

Anschließend kurbelt uns der Crafter souverän die erste Passstraße rauf. Oben empfängt uns morgendliche Kühle. Wir checken unsere Bikes, pumpen noch etwas Luft in die Reifen, um den anstehenden Anstieg unter die Stollen zu nehmen und fahren los.

Der erste Trail des Wochenendes ist schon der Hammer. Knapp 1700 Tiefenmeter über unterschiedliche Untergründe: rutschiges Gestein, Spitzekehren, Waldboden, Absätze, Steilstufen fordern unser Können. Das beste: wir sind (mal wieder) alleine auf den Wegen.

Unten empfängt uns Roland zuverlässig mit dem Crafter. Wir laden ein und fahren zum nächsten Spot. Dieser Trail führt uns erst über Wiesen, dann durch den Wald bis zu unserer Unterkunft.  Nach der Mittagspause steht dann noch die „Zusatzaufgabe“ an. Ca. 500 HM selber kurbeln und für die ganz fleißigen noch bis zum Gipfelkreuz tragen. Die ein oder andere freut sich über ihren neuen Mantel am Vorderrad. Grip ist schon was feines.

Im Abendlicht nehmen wir Spitzkehre um Spitzkehre durch den Wald, bis uns der Trail wieder an unserer Unterkunft ausspuckt. Wir genießen unser Feierabendbier bei Sonnenuntergang auf der Wiese und lassen den Tag Revue passieren.

An Tag 2 stehen zunächst ca. 600HM am Stück an. Anschließend treffen wir auf deinen ausgesetzten Höhenweg, der in ständigem Auf und Ab nochmals ca. 300HM von uns fordert. Nicht nur die Sicht ist hier atemberaubend. Am Pass angekommen legen wir die Schoner an und machen uns auf die Abfahrt in die Schlucht. Hier kann jeder nochmals seine Spitzkehrentechnik verfeinern. Dank Peters Hinweisen und Hilfestellungen gelingen auch die wirklichen Schlüsselstellen.

Mittagspause in einer urigen Hütte füllt unsere Energiespeicher wieder auf. Und Energie benötigen wir für die kommenden 200HM und anschließende Abfahrt am Bach in jedem Fall. Am frühen Nachmtitag erreichen wir wieder unsere Homebase. Nun muss jeder für sich entscheiden, welcher der drei Versuchungen er nachgeben möchte: Eis, Bier oder noch einen Trail?

Ich schließe mich der letzten Option an. 500HM kurbeln und schieben später stehen wir am Trailhead. Hier wartet der bislang anspruchvollste Trail auf uns: Spitzkehren auf rutschigem Geröll – und das ganze noch am ausgesetzten Hang. Dafür aber wieder mit super Aussicht. Wir lassen uns Zeit und jeder nimmt die Herausforderung in seinem eigenen Tempo an. Wir grinsen ob der eigenen Leistung und Bikebeherrschung. Unten wartet schon Andi mit dem Bus, um uns zurück zu Bier, Dusche und Abendessen zu bringen.

Leider läutet nun schon der letzte Morgen. Noch einmal checken wir Bremsbeläge und Luftdruck und füllen Wasser in unsere Flaschen. Ein letztes Schmankerl hat Andi heute für uns vorgesehen. Wieder geht es Kehre um Kehre in Richtung Tal. Wir nehmen uns noch die Zeit für einen Fotostopp.

Wir erreichen ausgepowert und zufrieden das Auto. Dort laden wir die Bikes ein, ziehen uns um und machen uns auf den Weg zurück ins verregnete und kalte Deutschland.

Zum Glück hat das Jahr erst angefangen und es stehen noch viele weitere Freeridefactory-Tourwochenenden an.

Techniktraining 1 – wir trotzen Kälte und Schnee

Techniktrainings gehören mittlerweile fest zum Jahresplan der Freeridefactory. Und so stand am 22.04. das erste Techniktraining für Anfänger auf dem Plan. Dem vorangegangen waren einige Diskussionen, ob wir das Training angesichts des Wettereinbruchs überhaupt durchführen können. Vor allem standen wir vor der Herausforderung, einen Trail zu finden, der schneefrei, nicht zu leicht und nicht zu schwer ist. Dank Sven und Peter, die am Freitag noch zum Scouten im Inntal unterwegs waren, und einer leichten Wetterbesserung (immerhin keinen Schnee mehr!) entschieden wir, das Training wie geplant durchzuführen.

Freitag Abend dann zunächst Platz kehren, von Scherben befreien und Hindernisse aufbauen – Samstag früh das Zelt aufstellen und die Getränke bereit stellen.

Langsam trudelten die ersten Teilnehmer ein. Peter, Michi und Bernie halfen beim Bikesetup. Das alleine war schon ein wirklicher Mehrwert für die meisten.

Um 8.45 Uhr standen alle 22 Teilnehmer vor dem sechsköpfigen Trainerteam. Unter Anleitung vom Cheftrainer Sven ging es los mit warmfahren und den Positionen am Bike: Fleißig wechselten alle von der Grund- in die aktivierte Position und zurück. Für den ein oder anderen war es ein ganz neues Gefühl, die Pedale waagerecht zu halten. Immer wieder hörte man die TrainerInnen „Gorilla“ über den Platz rufen.

Nun waren alle warm – beachtlich, bei ca. 6 Grad Lufttemperatur! – und Sven teilte die Truppe in 4 Kleingruppen. Hier konnten die Trainer sich nun voll auf die Ansprüche und Bedürfnisse ihrer Schützlinge konzentrieren.

Der Trainingsplan aller Gruppen umfasste Gleichgewicht, richtiges Bremsen, Kurven fahren, Vorderrad und Hinterrad anheben und über Hindernisse fahren.

Punkt 12 Uhr leutete es zur Mittagspause bei Semmeln, Brezn und Spezi. Danach wurden alle Bikes in den Bus verladen und los ging es zum Trail ins Inntal.

Ca. 250 HM mussten erkurbelt werden, um den Einstieg zu erreichen. Oben gingen wir nochmal in Ruhe die notwendigen Vorbereitungen für den Start in den Trail durch: Reifendruck, Protektoren anlegen, Dämpfer öffnen (Ja: man kann einen Dämpfer auf- und zumachen!) und vor allem der Hinweis, dass jeder sein Tempo fährt, es keine Schande ist, abzusteigen und jeder Passagen gerne wiederholen kann.

Wir Trainer postierten und an allen Schlüsselstellen, um im Fall des Falles helfen zu können. Souverän meisterte die Gruppe den bei der Witterung doch sehr anspruchsvollen Trail und kam vollzählig, unverletzt und ohne Defekt wieder am Parkplatz an.

Natürlich liessen wir die Jungs und Mädels dann nicht einfach von Dannen ziehen, sondern versammelten uns nochmals gemeinsam zu einem schönen Ausklang beim Wirt. Hier zeigte uns Michi noch, was man alles unbedingt in seinen Bikerucksack packen muss – u.a. min. 3 Labellos und 2 Sonnencremes.

Durchaus müde aber zufrieden machten wir uns dann wieder auf den Weg nach München.

Ostereiersuche in der Sonne

Ostern – vier Tage umsonst frei. Das muss genutzt werden! Vier Tage biken, ein wenig entspannen und gerne noch das ein oder andere Osterei finden – so der Plan. Die Trails sollten noch nicht allzu schwer sein (die Saison beginnt ja gerade erst) und ein bisschen Konditionstraining durch selbst erradelte Gipfel sollten es sein. Und – wichtig – bitte keinen Schnee, kein kaltes Wetter mehr. Mit diesen Parametern ausgestattet gingen wir an die Suche und wurden rasch fündig: wie so oft sollte es nach Italien gehen.

Und so klingelte am Freitag für den einen der Wecker erst um 4.25h, für den anderen schon um 3.30h und es machten sich die ersten beiden wackeren Biker auf den Weg in der Dunkelheit ins Licht. Das frühe Aufstehen wurde mit Cappuccino, Croissant und der Gondel schon um 9 Uhr belohnt.

An Tag 1 standen 2 Trails auf dem Programm, die mit Gondelunterstützung und nochmals jeweils 600HM selber treten erreicht wurden. Trotz Osterfeiertage waren die Wege überraschend leer – zumindest am Berg. Im Tal bei der Mittagseinkehr dann treffen wir auf andere Radler aller Colour: Körbchenfahrrad, E-Bike, Radelanhänger mit Nachwuchs – bei dem Wetter treibt es alle raus. Nach Kaminwurzn, Latte Macchiato und Cola für den Zuckerhaushalt machten wir uns auf, die zweite Abfahrt unter die Stollen zu nehmen. Wir nutzten diese auch, um unser Setup nochmals feinzutunen. Das ist das Tolle an so einer langen-Wochenend-Aktion: Man kann nicht nur sich selber wieder an Wurzeln, Steine, Steilstufen und Spitzkehren gewöhnen, sondern auch am Setup feilen. Das Feedback von Abfahrt 1 des Tages fließt direkt in die zweite ein.

Tag 1 krönten wir dann mit einer menschenleeren Sauna im Hotel und dem ein oder anderen Bier.

An Tag 2 wollten wir einen neuen Trail unter die Räder nehmen. Nach ausgezeichnetem Frühstück und Bikecheck lösten wir erneut das Gondelticket, um fahrend und tretend die 2.000m üNN zu erreichen. Die Querung mussten wir leider per Forstautobahn bewältigen, da der Höhentrail noch mit Eisplatten und Schneefeldern gespickt war. Der Trail war jedoch aller erste Sahne und wir von uns garantiert noch das ein oder andere weitere Mal auf der Liste stehen.

Tag 3 erhielt unser Zweierteam dann Unterstützung von unseren Kollegen, die Samstags noch arbeiten mussten. Zu viert und später zu sechst (wir haben tatsächlich noch zwei weitere Vereinsmitglieder mehr oder weniger zufällig aufgegabelt) ging es auf unsere persönliche Königsetappe: 1700HM selber treten – zuerst bei 25 Grad und Sonne, später bei bewölktem Himmel und nurmehr 11 Grad (ja, es ist halt erst April) erklimmen wir den Gipfel, der mit einer geöffneten Hütte aufwartet. Aufgewärmt und gestärkt geht es in den Trail: gefühlt 100 Spitzkehren, die zu Beginn noch sehr steil und eng, später weiter und flacher, einladen, das Versetzen zu üben. Vom Ehrgeiz gepackt werden die Schlüsselstellen mehrfach genommen, bis sie wirklich sitzen. Die Kollegen geben Tipps, feuern an und machen den Fotobeweis. Ein perfekter Tag geht mit Sauna, Pizza und Wein zu Ende.

Tag 4 wird dann für den ein oder anderen zur mentalen Herausforderung: erneut 1700HM selber treten, diesmal zieht sich der Weg jedoch ewig. Oben herrschen bei Wolken und ordentlichem Wind nur noch 6 Grad. Wir packen uns mit allem ein, was im Rucksack steckt und machen uns auf den Weg nach unten. Im oberen Bereich wird wieder die mentale Stärke gefordert, da der Trail super schmal und ausgesetzt an der Kante des Kammes entlang führt. Aber wir haben Zeit und lassen es ruhig angehen – wir wollen ja noch bis November auf den Rasten stehen. Im unteren Bereich wird es wieder flowig und hält das ein oder andere Schmankerl bereit. Unten spuckt uns der Trail im Ort aus – ich komme mir vor wie ein Weltraumfahrer, der nach Jahren der Isolation wieder auf die Zivilisation trifft.

Geschafft sitzen wir im Auto auf dem Weg nach Deutschland. Es soll schneien. Können wir kaum glauben. Wehmut überfällt mich. Und die tiefe Freude und Zufriedenheit, die die Tour in mir ausgelöst haben. Was kann es besseres geben, als ein Wochenende mit guten Freunden auf dem Bike? Sport, Herausforderung, Kameradschaft, gutes Essen, Wein und Bier aus Jochens Privatbrauerei – perfekt nenne ich das.

Ach ja, Ostereier haben wir auch gefunden – beim Frühstücksbuffet.

Frühlingstour am Schliersee

    

Perfekte Planung ist alles – wie immer. So auch hier habe ich nicht nur die Tour Meter für Meter akribisch ausgearbeitet (;-)) – sondern auch das Wetter organisiert. Und Dank dieser Mühe war das Wetter einfach bombastisch: knapp über 20 Grad und Sonne vom bayrischen blau-weißen Himmel.

Und so starteten pünktlich um 9 Uhr 9 wackere Freerideritter auf die erste Tagestour der Factory.

Locker ging es erst am Schliersee entlang, dann ein entspannter Aufstieg über Forstwege bis zum Traileinstieg. Schoner an und flowig ging es über Wurzelteppiche bergab. Der Wald spuckt uns auf grünen Almen wieder aus – wären die Bäume nicht noch oft kahl, könnte man meinen, es sei Juni.

Die Einkehr ist wohlverdient und der ein oder andere lässt sich nicht nur alkoholfreies Weißbier, sondern auch Schnitzel schmecken. So gestärkt treten wir die letzten Kilometer an, die uns am munter sprudelnden Bächlein entlang führt, bis der Schliersee wieder vor uns liegt.

Diejenigen unter uns, die noch nicht genug haben, nehmen nochmal einen kleinen Anstieg unter die Reifen, um noch einen weiteren Trail zu fahren.

Nach gut gestrampelten 1300HM stehen wir wieder am Auto und freuen uns über diesen gelungenen bayrischen Saisonauftakt. So kann es weitergehen!