Liebe MTB-Freunde!

Nun ist es soweit: Markt Schwaben bekommt seinen ersten Bike-Verein! In diesem Sinne laden wir Euch herzlich zu unserer ersten Mitgliederversammlung  ein, Treffpunkt ist um 19:00 im Cafe College in Markt Schwaben.

 

 

 

Morgens früh um 3 Uhr geht es los nach Kroatien. Die Kollegen eingesammelt und los auf die Autobahn. Die Stimmung ist gut, das Bier gekühlt und der Karren randvoll. Eigentlich alles wie immer. Doch es ist der 28.12.13 und nicht Juni oder Juli.

Salzburg – Nebel 2 Grad

Villach – Nebel 4 Grad

Lublijana – Nebel 6 Grad

Kroatien – Sonne 19 Grad

Gut angekommen, erkunden wir erst eimal den Ort mit dem Bike und führen uns das morgige Ziel vor Augen.

 

 

Tag 1:

Sonntag: 7.54 Uhr – Schrank und Bett wackeln und Peter schreit im Halbschlaf: „Macht´s die Kaffeemaschine aus!“ Alle sind etwas verwirrt, als wir uns beim Anstieg unterhalten  – „Was hat die Anja heut  früh in der Küche gemacht?“ Nach einigen Diskussionen ist es uns klar, es war wirklich ein kleines Erdbeben.

Die Auffahrt: eines Trainingslager würdig, 27 KM bergauf und das auf 1800HM verteilt. Die Steigung ist akzeptabel, dass Wetter hält noch. Doch leider schaffen wir den Gipfel heute nicht. Auf Grund des Wetterumschwungs und der Zeit beschließen wir einstimmig, an einer Schranke zu wenden, zumal der Trail im oberen Bereich noch schneebedeckt ist. Aber der Weg ein paar Kilometer in Richtung Süden entschädigt uns sofort für den verpassten Gipfelsturm. Alle sind gut drauf, dass Wetter erholt sich wieder erwartend und das, was man sehen kann, sieht vom Einstieg vielversprechend aus.

Wir hatten ja schon Trails mit 136 Spitzkehren am Idrosee bewältigt, aber das war im Vergleich zu unserem heutigen Trail eher ein Kindergarten.  Bereits nach dem ersten Drittel haben wir die 136 Kehren passiert. Das Gestein ist lose und zudem sehr griffig, eine sehr tückische Kombination. Beim Rückblick hoch hinaus auf die karstige Landschaft macht es den Anschein, dass man so einen Berg nicht mit dem Bike hinab fahren kann.

Am Trailende erwartet uns ein kleines Bauerndorf. Wie wir auf die Kirche zurollen, winkt uns eine Gruppe einheimischer älterer Herren zu. Sie wollten wissen, woher wir kommen. Die Antwort allerdings löste nicht – wie in Deutschland oder Österreich – Unverständnis aus, sondern pure Begeisterung. Einer der Kroaten spricht sehr gut deutsch und er erzählt uns, dass hier noch nie jemand mit dem Bike herunter gekommen ist….. Wir lassen die amüsierte und kopfschüttelnde Gruppe hinter uns und rollen gemütlich auf einer Teerstraße dem Sonnenuntergang und der wohlverdienten Mahlzeit entgegen.

 

 

Tag 2:

9.30 Uhr – das Shuttle ist pünktlich auf die Minute. Nun steht uns die Fahrt mit einem Kleinbus bevor. Kurz unterhalb der Gipfelstraße ist Schluss. Schnee und Eis versperren den Sommerreifen unseres kroatischen Shuttlefahrers quasi den Weg. Ab hier heißt es noch 30 Minuten Muskelkraft einsetzen bis zum kalten Gipfel. Aber nach dem verpassten Gipfelsturm der letzten Tage ist das heute unser Pflichtprogramm.

Einige Meter tragen, dann wieder fahren und das ganze im Wechsel für 3 Stunden……Der Himmel mal hell mal dunkel, aber die Wettervorhersage hält letztendlich doch, was sie versprochen hat. Trockner Fels! Der Trail ist im oberen Teil  gut fahrbar, bergabwärts wird jede Querung schwerer. Zusätzlich macht uns der verfallene Weg das weiterkommen nicht leicht. Wir machen das Beste daraus und feilen an unserer Technik. Lediglich bei einer Felswand müssen wir dem Trail Tribut zollen, denn nach dem tausensten Hinterradversetzer ist die Kraft verbraucht. Und so quälen wir uns noch bis in Ziel, um anschließend auf einer Nebenstraße heim zu rollen……

 

 

Tag 3:

Donnerstag, 8.45 Uhr, dass Shuttle ist wie immer pünktlich. Wer ist nicht fertig; der Sven. Alle Bikes eingepackt und los geht’s. Nach ca. 40 min. erreichen wir den Landeplatz. Aktuell ist das Wetter noch beständig. Nach ca. einer Stunde allerdings ändert sich die Wettersituation dramatisch. Nun regnet es ergiebig und nach dem das noch nicht alles sein kann, geht der Regen in einen Schneesturm oberhalb von 1500 HM über. Die Situation ist nicht glücklich, die Finger sind sehr kalt, die Klamotten komplett durchgeweicht. Zurück? Weitergehen? Es wird besser, wir wandern Richtung Meer und Traileinstieg. Gegen 14 Uhr erreichen wir die Einfahrt des Downhills. Das Wetter wird, die Sonne kommt langsam. Doch von fahrbar sind wir bei diesem Trail noch weit entfernt. Im unteren Teil wird die Gesamtsituation dann deutlich besser und wir laufen kurz vor Dunkelheit in unserer Unterkunft ein…..

 

 

Tag 4:

 

Willkommen im Freeridefactory Blog, wir bauen den  Freeridefactory Traifux. Feinste Teile, Standhaft und leicht war die Devise. Als Rahmen haben wir einen Litville 901 in Größe XL gewählt. XL auf Grund dessen dass der Fahrer bei Steilen und technischen Abfahrten genug Reach nach vorne hat, somit wird auch ein kurzer Vorbau verbaut. Dieser sollte Reaktion schnell auf das Bike übertragen. Aber zu den Details kommen nun…… 

 

1.    Vorbereitungen: 

Alles demontiert, gereinigt und teils neu gekauft. Alle Teile werden durchsortiert und für die Eloxierung bereitgestellt.

Der Rahmen geht jedoch erst mal zum Ernst in seine Zweiradwerkstatt, die Lager müssen ausgepresst werden bevor es weiter gehen kann.

 

2.    Eloxal:     

Für das Eloxieren werden alle Teile in Kisten sortiert und mit den jeweiligen Farben beschriftet. Bei uns sind es diesmal die Farben Blau und Rot. Die selben Farben wie bei Svens neuem 601er, der Unterschied ist lediglich die Farbaufteilung.

Das Eloxieren übernimmt die Firma Emlich in Neufinsing für uns, hier haben wir einen kompetenten, unkomplizierten und vor allem verständnisvollen Partner für unsere Aufgaben gefunden. Für unser Showbike brauchten die Jungs von Emlich Eloxal nicht mal eine Woche um alle Teile fertig zu stellen. Unsere Ansprechpartner vor Ort die Herrn Emlich Sen. und Jun.

 

3.    Abholung bei Emlich Eloxal: 

Bei der Abholung in Neufinsing von Emlich Eloxal konnte ich einige Einblicke die Arbeiten des eloxierens gewinnen. Herr Emlich Jun. führte mich durch die Arbeitshallen und eloxierte quasi das letzte Teil mit mir zusammen.

Vielen Dank dafür ….…..

Anschließend ging es weiter zum Ernst um den Rahmen für das einpressen der Lager vorzubereiten.

Abholung der Teile

 

4.    Lager einpressen: 

Alle Lager gereinigt und geschmiert. Anschließend legte Ernst die Lager in die Gefriertruhe um diese zu schrumpfen.

Am darauffolgenden Tag war alles fertig und bereit zur Endmontage. 

Komplett zerlegt Rahmen und Lager IMG_20131122_160635

 

 

5.    Zusammenbau des Rahmen: 

Da der Rahmen nun wieder mit Lagern versehen ist, folgt nun die Endmontage. Hierfür werden alle Lager und Gewinde geschmiert oder mit Schraubenlock besprüht.

Erster Schritt ist das montieren des Hinterbaus, zuerst der Unterteil, dann hängen wir den oberen Teil ein und verschrauben das Ausfallende. Anschließenden verschrauben wir die Wippe mit dem Hinterbau. Die Wippe fixieren wir erst mal mit einer Schraube um anschließend noch die Leitungen für Bremse und Reverb zu verlegen. So sparen wir uns das Zerlegen der Bremsanlage.

Kettenstrebe eingepasst Montage der Wippe Kettenstrebe wird fixiert

Kettenstrebe montiert Wippenlager Kettenstrebe wird fixiert

 

6.    Vorbereitungsarbeiten: 

Während wir auch das letzte Teil warten, das wir dummerweise vergessen haben mit zu eloxieren, bereiten wir den Rahmen und die Anbauteile vor.

Montage der Gabel mit Verwendung von 3 cm Spacer und einem 65mm Vorbau. Die Gabelkleinteile, wie Spanner und Abdeckkappen werden montiert.

Der Lenker, ein Easton Havoc 750mm, wird moniert.  Daran direkt die Bremshebel, Schaltungs-Trigger und die Remote der Reverb. 

Die Griffe, von Ghost, werden montiert. Diese Griffe haben den besten Griff.

Nun wird die Gabel im Lenkkopf mittels des Deckels und dem  Vorbau  incl. Spacer verbunden.  Nun ist das Cockpit ist fast fertig.

Lenkermontage Trigger Vorbau ready

Schaltung  IMG_5906 Kurbelgarnitur wird montiert

 

7.    Verlegen der Leitungen: 

Alle Leitungen werden bei jedem Liteville immer oben am Unterrohr entlang geführt.

So werden diese weder dreckig noch besteht die Gefahr das diese beim Aufsetzten des Rahmes beschädigt werden. Hierfür bietet Liteville spezielle Halterungen (Klammern) um die Leitungen zu verlegen. Lediglich die Reverb-Leitung wird mit Kabelbindern an der Bremsleitung befestigt. Der neue Bauten-Zug wird passen gekürzt und ebenfalls am Unterrohr verlegt, unterschied hier: mittels eines Schlauches wird der Zug durch das Sitzrohr in die Schwinge geleitet und kommt so am Ausfallende wieder zum Vorschein.

 

8.   Schaltung montieren und einstellen: 

Nach dem der Zug nun am Schaltwerk angelangt ist und wir ja in den Vorbereitungsarbeiten bereits das Schaltwerk samt Schaltauge montiert haben, wird der Bauten-Zug anschließend mit Endkappen versehen. Jetzt fädeln wir das Schaltseil ein. Hier achten wir bereits darauf das die Einstellschraube am Trigger ca. in der Mitte steht. Nur noch am Schaltwerg den Zug befestigen. Bei unserem XX1 Schaltwerk von SRAM wird der Zug 2-mal umgeleitet und dann verschraubt. Ich persönlich empfinde das XX1 System als sehr einfach einzustellen und auch in der Verwendung als perfekt zum Trailriden. Max. Geschwindigkeit von ca. 30-35 KMH können auch mit dem 28iger Kettenblatt noch gefahren werden.

 

9.    Rock Shox Reverb: 

Nachdem wir eine Reverb Stealth montieren wollen, mussten wir den Rahmen etwas vorbereiten wie von Liteville auch so freigegeben. Hierzu wurde ein Loch an der Schweißnaht zwischen Tretlager und Sitzrohr gebohrt um nun die Leitung im Sitzrohr zu verlegen. Anschließend wir diese mit der Sattelstütze verbunden. Zur Inbetriebnahme müssen wir die Leitung einmal entlüften.

 

10. Laufräder: 

Wir haben uns bei diesem Bike mal für etwas Neues entschieden. Ein Kombi aus 27,5 Zoll Vorderrad und einem herkömmlichen 26 Zoll Hinterrad. Diese Kombination wurde uns durchaus auch in einem Gespräche mit Harald Philipp von jenem empfohlen. Da wir auch schon einige Mal von Tests mit einem 301 gelesen hatten und wir in Ligure mal eines testen konnten wollten wir diese Varianten einfach mal versuchen. Wir nutzen aber keine 650b Gabel sondern weiterhin unser Fox Talas mit 180mm.

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11. Einstellungen:

Da wir bei diesem Bike ja eine kürzere Einbaulänge (215,5mm) des Dämpfers verwenden als in Serie (241mm oder 222mm) verkauft wird, werden wir den Dämpfer mit der Rastereinstellung nun um 2 Raster höher stellen. Bislang hatten wir bei den 26 Zoll Rädern immer ein bißchen weniger Bodenfreiheit in Kauf genommen. Dies gleichen wir mit dem 27,5 Zoll VR zu unserem Vorteil aus. Wir können nun ca.1-3 Raster nach oben gehen und halten trotzdem unseren flachen Lenkkopfwinkel bei. Wir werden sehen wieviele Raster die beste Variante ist.

 

12. Setup: 

Gabel: bei der Gabel fahren wir 5 Bar die Highspeed Kompression auf offen/fast und die Lowspeed Kompression auf geschlossen/Low. So erreichen wir, das bei technischen Trails, die Gabel nicht immer wegsackt oder unruhig wird. Bei schnellen Runs hingegen arbeitet sie sauber und schnell. Den Rebound setzten wir immer ca. bei Halb oder 1/3 von Lowspeed an. So wirkt das Rad etwas Träger, was beim Bike Bergsteigen auch Sinn macht, hier sind Speed-Passagen eher selten.

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Dämpfer: beim Dämpfer ist es recht einfach, weil der verbaute Marzzochi Roco Air TST easy zu bedienen ist. 9,5 Bar in der Hauptkammer und 12 Bar (ist das Min.) im Piggybag (Ausgleichskammer) Rebound auf Halb +/- 4 Klicks.

 

Schlitten: bei den Liteville Modellen 901 und 601 gibt es genialerweise einen verstellbaren Dämpferschlitten. Mit diesem lässt sich die gesamte Geometrie verändern. Flacher oder steiler Lenkkopfwinkel, ein flacher LKW ist mit etwas weniger Bodenfreitheit verbunden. Aber auch mit 26 Zoll Laufräder ausreichend.

 

Rahmen Liteville 901
Dämpfer Marzocchi Roco Air TST   (Einbaulänge 215,5 X 63,5)
Gabel Fox Talas 180mm-140mm Kashima Tapered
Steuersatz Syntace Superspin 1,5 Zoll auf 1 1/8 Zoll (Tapered)
Schaltwerk SRAM  XX1  11-fach
Schaltauge Syntace X12
Kettenführung Keine
Schaltgriffe SRAM XX1 Trigger 11-fach
Züge SRAM Slickwire
Bremsgriffe Shimano Saint 2013
Bremsen Shimano Saint 2013
Bremsscheiben Hope Mono M6 203mm
Zahnkranz SRAM  XX1  11-fach
Naben Hope Evo mit XX1 Freilauf    VR 20mm HR X12
Felgen No Tubes ZTR Flow EX    VR: 650b  HR 26 Zoll
Speichen Sapim CX Ray
Reifen Schwalbe Magic Marry 2.35
Kurbel SRAM XX1   175 mm
Kettenblätter 28 Zähne
Vorbau Xtasy 65mm & 0,5 ° 
Spacer 3 cm 
Lenker Easton Haven
Griffe Ghost AMR
Sattel SQ Lab  611 LTD  Größe 13
Sattelstütze Rock Shox Reverb Stealth 150mm
Pedale Shimano PD-M785 SPD
Rahmenhöhen XL mit gekürztem Sitzrohr
Farbe Rot Eloxiert
GPS Halterung Garmin Edge 800
Gewicht 14,6 KG nachgewogen

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Aktuell gibt es für die Kubelganitur und Schaltgruppe SRAM XX1 keinen Bashguard. Daher haben wir es uns zum Ziel gesetzt dies zumindest für unsere Litevilles zu ändern. Auch wenn die XX1 Kurbel mit dem 28iger Kettenblatt nicht all zu oft den Boden berührt, hatten wir doch in der Vergangenheit den ein oder anderen Kettenblattschaden. Darum haben wir alle Möglichkeiten geprüft und überlegt welche Konstruktion könnte funktionieren.

Nachdem der Liteville 901 Rahmen am Tretlager Befestigungshalterung mit Gewinde hat (vermutlich für eine Hammerschmidt Kurbel), haben wir uns diese zu nutzen gemacht. Unser Entwickler und Konstrukteur Arthur Just nahm alle Maße und bereitete ein CAD Muster vor.

Anschließend produzierte er ein CNC gefrästes Muster. Das erste Muster passte schon recht gut, aber nach dem ersten Testride kam die Erkenntnis das mehr Material sinn machen würde.

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Nun ging es wieder an das CAD Programm. Diesmal übertraf sich Arthur selbst, die Passform wurde zu 100% verbessert, die Größe und Materialstärke sind nun ideal. Dieser Testride war perfekt. Alles bestens gelaufen. Nun gingen die Bashguards alle zum Eloxierer um diese an alle Bikefarben anzupassen.

peter

 

Vielen Dank an Arthur Just