Ab in den Süden!

Schnee in Deutschland – das ist an und für sich nicht ungewöhnlich. Zumindest im Winter nicht. Aber Anfange Mai?! Das muss wirklich nicht mehr sein. Daher kehrten wir unserem Heimatland mal wieder den Rücken, um in den sonnigen Süden aufzubrechen.

Einpacken bei Nieselregen und 5 Grad, Brenner bei Schnee. Die bange Frage „Hat der Wagen eigentlich schon Sommerreifen“ versuchen wir so gut es geht zu ignorieren. Die Stimmung im Auto ist trotz Regen und Stau sehr gut. Wir freuen uns auf 3 Tage Trails, Sonne, Wein und Pasta.

Mitten in der Nacht erreichen wir endlich unsere Ferienwohnungen. Nur schnell die Taschen aus dem Auto und ab in die Federn. Dank Andis super Vorbereitung erwartet uns am nächsten Morgen ein stärkendes Frühstück mit frischen Semmeln, Wurst, Käse, Kaffee und natürlich O-Saft.

Anschließend kurbelt uns der Crafter souverän die erste Passstraße rauf. Oben empfängt uns morgendliche Kühle. Wir checken unsere Bikes, pumpen noch etwas Luft in die Reifen, um den anstehenden Anstieg unter die Stollen zu nehmen und fahren los.

Der erste Trail des Wochenendes ist schon der Hammer. Knapp 1700 Tiefenmeter über unterschiedliche Untergründe: rutschiges Gestein, Spitzekehren, Waldboden, Absätze, Steilstufen fordern unser Können. Das beste: wir sind (mal wieder) alleine auf den Wegen.

Unten empfängt uns Roland zuverlässig mit dem Crafter. Wir laden ein und fahren zum nächsten Spot. Dieser Trail führt uns erst über Wiesen, dann durch den Wald bis zu unserer Unterkunft.  Nach der Mittagspause steht dann noch die „Zusatzaufgabe“ an. Ca. 500 HM selber kurbeln und für die ganz fleißigen noch bis zum Gipfelkreuz tragen. Die ein oder andere freut sich über ihren neuen Mantel am Vorderrad. Grip ist schon was feines.

Im Abendlicht nehmen wir Spitzkehre um Spitzkehre durch den Wald, bis uns der Trail wieder an unserer Unterkunft ausspuckt. Wir genießen unser Feierabendbier bei Sonnenuntergang auf der Wiese und lassen den Tag Revue passieren.

An Tag 2 stehen zunächst ca. 600HM am Stück an. Anschließend treffen wir auf deinen ausgesetzten Höhenweg, der in ständigem Auf und Ab nochmals ca. 300HM von uns fordert. Nicht nur die Sicht ist hier atemberaubend. Am Pass angekommen legen wir die Schoner an und machen uns auf die Abfahrt in die Schlucht. Hier kann jeder nochmals seine Spitzkehrentechnik verfeinern. Dank Peters Hinweisen und Hilfestellungen gelingen auch die wirklichen Schlüsselstellen.

Mittagspause in einer urigen Hütte füllt unsere Energiespeicher wieder auf. Und Energie benötigen wir für die kommenden 200HM und anschließende Abfahrt am Bach in jedem Fall. Am frühen Nachmtitag erreichen wir wieder unsere Homebase. Nun muss jeder für sich entscheiden, welcher der drei Versuchungen er nachgeben möchte: Eis, Bier oder noch einen Trail?

Ich schließe mich der letzten Option an. 500HM kurbeln und schieben später stehen wir am Trailhead. Hier wartet der bislang anspruchvollste Trail auf uns: Spitzkehren auf rutschigem Geröll – und das ganze noch am ausgesetzten Hang. Dafür aber wieder mit super Aussicht. Wir lassen uns Zeit und jeder nimmt die Herausforderung in seinem eigenen Tempo an. Wir grinsen ob der eigenen Leistung und Bikebeherrschung. Unten wartet schon Andi mit dem Bus, um uns zurück zu Bier, Dusche und Abendessen zu bringen.

Leider läutet nun schon der letzte Morgen. Noch einmal checken wir Bremsbeläge und Luftdruck und füllen Wasser in unsere Flaschen. Ein letztes Schmankerl hat Andi heute für uns vorgesehen. Wieder geht es Kehre um Kehre in Richtung Tal. Wir nehmen uns noch die Zeit für einen Fotostopp.

Wir erreichen ausgepowert und zufrieden das Auto. Dort laden wir die Bikes ein, ziehen uns um und machen uns auf den Weg zurück ins verregnete und kalte Deutschland.

Zum Glück hat das Jahr erst angefangen und es stehen noch viele weitere Freeridefactory-Tourwochenenden an.